»Auf ein andermal, mein lieber Zühbig. Wenn jemand von einer größeren Reise zurückkommt, tut ihm Ruhe wohl. Gnädige Frau, ich habe die Ehre.«
»Wenn Sie also nicht anders wollen, bon soir, Baron,« sagte Herr von Zühbig, »hoffentlich haben wir bald wieder das Vergnügen, Sie bei uns zu sehen. Mein gnädiges Fräulein, kommen Sie gut nach Hause, Sie haben ja nicht so weit. – Aber noch einmal bitte ich in der bewußten Angelegenheit um Ihre Diskretion. Herr von Geyfeln hat mich selber gebeten, hier in *** nichts von dem Zusammentreffen zu erwähnen, und ich werde auch darüber schweigen wie das Grab. – En famille ist es natürlich eine andere Sache.«
»Nicht eine Silbe!« rief Baron Silberglanz beteuernd.
»Gute Nacht, meine liebe Franziska,« sagte Frau von Zühbig, die aufgestanden war und Fräulein von Zahbern zärtlich umarmte und küßte, »gute Nacht, mein liebes Herz. Verwahren Sie sich nur ja recht gut, daß Sie sich nicht erkälten; es ist entsetzlich rauh draußen und Ihre Gesundheit überdies so zart.«
»Gute Nacht, meine liebe Amelie,« erwiderte die junge Dame, »haben Sie keine Angst um mich; ich bin vortrefflich eingepackt, und die paar Schritte lauf' ich schnell hinüber. – Gute Nacht, Herr Intendant. Morgen müssen Sie uns noch mehr von Ihren Reisen erzählen.«
Frau von Zühbig begleitete die Freundin bis zur Tür, und hier umarmten sich die beiden Damen nochmals auf das Herzlichste; der Baron empfahl sich ebenfalls, und die beiden Gatten blieben allein.
»Die arme Zahbern dauert mich,« sagte Frau von Zühbig, indem sie zu ihrem Platze auf dem Sofa zurückkehrte, »sie hatte sich so feste Rechnung auf den jungen Russen gemacht.«
»Auf den Selikoff?«
»Gewiß. Einmal glaubte sie ihn auch schon ganz sicher im Netz zu haben; er war ihr aber zu klug. Hast du nicht gesehen, wie sie ordentlich gelb vor heimlichem Aerger wurde, als ich ihr erzählte, daß die Verbindung fest beschlossen sei?«
»Das glaub' ich, daß ihr die Partie recht gewesen wäre,« lachte ihr Gatte, »ein solcher Goldfisch!«