»Der beste russische, der nur zu bekommen war.«

»Ein hartes Brötchen haben Sie mir auch dazu gegeben, und die Zitrone hier hat wahrscheinlich eine ägyptische Mumie einige tausend Jahre zur Verzierung in der Hand gehalten. Mit solchen Waren ist es kein Wunder, daß die Gäste ausbleiben, und ich scheine hier als letzter der Mohikaner die Reste zu verzehren. Fürchten Sie sich nicht, den Keller hier so allein zu bewohnen?«

Der Kellner lächelte verlegen, und Herr von Zühbig trank seinen Madeira aus und schob das Glas von sich.

»Geben Sie mir noch einen Schnitt, aber aus einer andern Flasche; ich fürchte, diese ist aus Versehen irgendwo zurückgeblieben, als ihre Kameraden auf Reisen gingen.«

»Herr von Zühbig – richtig wie ich gehofft,« sagte in diesem Augenblick eine feine Stimme, und durch die halbgeöffnete Tür schaute das vergnügte Gesicht des Baron Silberglanz, während er jetzt ins Zimmer glitt und, von dem Kellner unterstützt, Hut und Paletot ablegte.

»Wirklich noch ein Mensch!« rief der Intendant. »Mein guter Baron, Sie sind wohl auf einer Entdeckungsreise begriffen, mich, als einen Verschollenen, irgendwo an den unwirtlichen Ufern des Eismeeres aufzusuchen. Sie kommen zur rechten Zeit – eine Hundekälte herrscht überhaupt hier, und ich habe mich in Ermangelung eines Bessern die letzte Zeit über schon mit Fischeiern und Tran, welchen jener junge scherzhafte Mensch Madeira nennt, ernähren müssen.«

»Ich habe Sie in der Tat gesucht, bester Intendant,« sagte der Baron, indem er sich neben Herrn von Zühbig niederließ. – »Garcon, mir auch von diesen Fischeiern und Tran – und war schon auf Ihrem Bureau, um Sie dort zu finden.«

»Aus reiner Anhänglichkeit oder aus einem andern Grunde?«

»Beides – zuerst wollte ich mich erkundigen, wie Ihnen die Fahrt bekommen ist.«

»Vortrefflich, wie Sie sehen; ich habe sogar eine so robuste Konstitution mitgebracht, daß ich imstande bin, die Kost hier zu vertragen. Darüber also beruhigt, mit was kann kann ich Ihnen weiter dienen?«