»Ich, lieber Zühbig? Bitte, sprechen Sie nicht so laut, der Kellner da drüben spitzt die Ohren schon, das – war auch gar nicht der Fall.«

»Bst, bst, Männchen, keine Flausen!« drohte ihm von Zühbig lächelnd mit dem Finger, »wenn eine Frau einmal das eingesteht, was mir die schöne Georgine eingestanden hat, da ist's nachher nicht mehr richtig, und mir machen Sie in der Hinsicht nichts mehr weis. Aber was geht's mich an! das ist eine Sache, die jeder mit sich selber auszumachen hat, und ich wäre der letzte, der Sie deshalb tadelte.«

»Aber was hat sie Ihnen nur gesagt?« flüsterte der Baron, dem jetzt selber daran lag, etwas zu erfahren, von dem er fast überzeugt war, daß es ein Mißverständnis sein müsse, hätte ihn von Zühbigs Ruhe und Sicherheit nicht wieder irre gemacht. »Was kann sie Ihnen um Gottes willen gestanden haben?«

»Daß sie sich unglücklich in dem Verhältnis fühle, und daß ihr ein Freund fehle!« flüsterte von Zühbig.

»Ein Freund?«

»Ja – noch einer,« sagte der Intendant. »Zwei hat sie, die scheinen ihr aber noch nicht genug zu sein – sie sagte, sie müßte jemanden haben, der es ehrlich mit ihr meinte.«

»Ehrlich?«

»Nun, das sind die Redensarten.«

»Aber was habe ich damit zu tun?«

»Sie sagte mir ferner,« fuhr von Zühbig fort, »daß sie hier in der Residenz eine Bekanntschaft gemacht habe – aber Verhältnisse wären damals störend dazwischen getreten – sie nannte keinen Namen, aber sie versicherte mir, das sei ein Ehrenmann gewesen.«