»Ich denke nicht daran,« erwiderte von Silberglanz, »um Ihnen aber einen klareren Ueberblick über alles zu geben, muß ich etwas weiter ausholen. Wollen Sie mich geduldig anhören?«

»Ja.«

»Ich wohne in ***. Ein Freund von mir hatte eine Reise in dieses Land gemacht, kam zurück und erzählte mir, daß er Sie und – Ihre Frau Gemahlin dort in stiller Einsamkeit gefunden.«

»Herr von Zühbig,« sagte Georg, während ein verächtliches Lächeln um seine festgeschlossenen Lippen zuckte.

»Erlauben Sie mir, daß ich nur dann Namen nenne, wenn es dringend nötig ist. Er sagte mir – jener Freund nämlich – daß sich Madame Ber – daß sich Frau Baronin von Geyfeln entsetzlich unglücklich fühle, und gab mir dabei deutlich zu verstehen, daß – daß ich – daß sie geäußert habe – ich – ich sei ein alter Freund von ihr – oder sie hege Zutrauen zu mir,« setzte er rascher hinzu, als er bemerkte, daß ihn Georg erstaunt ansah.

»Woher kennen Sie meine Frau?« fragte er ruhig.

»Ich – ich hatte das Vergnügen, sie in *** einigemal zu sehen.«

»Und Georgine hätte Ihrem Freunde zu verstehen gegeben, daß Sie ihr helfen sollten, aus ihrer unglücklichen Lage zu kommen?«

»Das war der Sinn.«

»Sonderbar! meine Frau hat mit Herrn von Zühbig keine drei Worte gesprochen, die ich nicht gehört hätte. Sie war nur beim Abendbrot gegenwärtig, und ich habe in der Zeit das Zimmer nicht verlassen. Ueberhaupt drehte sich das Gespräch, soviel ich mich erinnere, nur um ganz gleichgültige Dinge.«