»Das wäre das Wenigste,« meinte der Bäckermeister Spenker, »denn den Köhler können sie nicht lange im Loch behalten, aber der Herr Director fängt seine Wirthschaft hier auch in anderer Weise schon gut an. Wißt Ihr, daß er jetzt den neu angekommenen Colonisten nicht einmal mehr baar Geld als ihre Subsidien, sondern kleine Anweisungen auf Buttlich giebt, für die ihnen dieser nur Waaren aus seinem eigenen Laden verabfolgt? Das will denn doch bei Gott die Regierung nicht, daß die armen Leute auf solche Art geschunden werden, blos um es dem Lump, dem Buttlich, in den Hals zu jagen.«

»Lieber Meister, zu Buttlich's Nutzen geschieht das auch nicht,« lachte Rohrland, der mit am Tische saß; »ich weiß aus ganz sicherer Quelle, daß unser sehr verehrter Director ein stiller Compagnon des Buttlich'schen Geschäfts ist, da er als Director offen keinen Laden halten darf. Auf solche Weise sichert er sich dann, eben durch die Subsidiengelder, einen ganz bestimmten Absatz von wenigstens fünfhundert Milreis monatlich.«

»Und ist das etwa recht und billig?« rief Berthold.

»Davon sage ich kein Wort,« meinte Rohrland, »aber ich erzähle Nichts, was ich nicht beweisen kann.«

»Aber da sollte man ihn darauf verklagen!« rief Spenker.

»Wo?« sagte Rohrland ruhig – »bei der Regierung in Rio ist Keiner von uns bekannt, und beim Herrn Präsidenten in Santa Catharina? Das wäre schade um das Papier, das man damit verschriebe!«

»Und hat ein Director das Recht,« sagte ein anderer Mann, der Tischler Nithal, »daß er mir einen Platz verweigert, wo ich mich niederlassen kann? Ich hab' allerdings noch nicht das baare Geld, aber ich weiß auch, daß sich die Regierung selber die größte Mühe giebt, ordentliche und tüchtige Handwerker in's Land zu bekommen, und der – Herr da treibt mich wieder hinaus, weil ich nicht zu seiner Partei gehöre und in sein krummes Horn stoße.«

»Deshalb braucht Ihr nicht zu gehen, Nithal,« sagte Spenker – »ich geb' Euch einen Platz auf Credit, auf fünf Jahre, wie's die Regierung thut, und kein Teufel soll Euch von dem herunter bringen.«

»Vergelt's Euch Gott, Meister, und Ihr sollt wahrlich nicht dabei zu Schaden kommen!«

»Das weiß ich und bin nicht bange drum.«