»Ist es so wichtig?«

»Ja.«

»Nun denn, heraus damit!«

»Hier nicht. Sie müssen einen Spaziergang mit mir machen.«

»Was hast Du denn nur, Du thust ja so geheimnisvoll?«

»Es ist auch ein Geheimniß,« sagte Jeremias, sich leise und scheu umsehend, »das ich zwischen den papiernen Wänden hier nicht auskramen möchte, denn man weiß nicht wer dahinter steckt.«

»Und wie lange wird es mich aufhalten?«

»Eine gute Stunde – vielleicht zwei – vielleicht eine Woche.«

»Alle Teufel,« lachte Könnern, »Dein Geheimniß scheint dehnbar zu sein; doch dann laß mich erst diesen Brief schließen und siegeln, nachher habe ich eine Stunde Zeit für Dich – vorausgesetzt aber, daß es wirklich wichtig ist.«

Jeremias antwortete gar nicht; er setzte sich ruhig auf einen Stuhl, seinen Hut zwischen den Knieen, und wartete dort geduldig, bis Könnern seine Correspondenz völlig beendet und seine Schreibmaterialien weggeschlossen hatte. Dann erst, als er seinen eigenen Hut nahm und nun sagte: »So komm!« stand er auf, öffnete dem jungen Mann die Thür und folgte ihm die Treppe hinunter.