»Und wohin wollen wir?« fragte Könnern, unten angelangt, und sah zu seinem Erstaunen, daß ihm Jeremias schon sein Pferd gesattelt und angebunden hatte – »ist es so weit?«
»Nein,« meinte Jeremias; »aber Sie können's sich eben so gut bequem machen. Nur den Berg hinauf steigen Sie ab und ich erzähle Ihnen dann die ganze Geschichte.«
Könnern wurde wirklich neugierig; Jeremias hielt sich aber hinter seinem Pferde, bis sie den Fuß des Hügelrückens erreichten, über den der Weg nach Zuhbel's Chagra führte. Dort sprang er vor, hielt Zügel und Steigbügel, bis der Reiter abgestiegen war, nahm dann das Pferd am Zügel und begann nun, ohne die geringste Vorbereitung, Könnern, zu dem er ein großes Vertrauen hegte, seine ganzen Geldverhältnisse zu erzählen und ihm den Platz zu beschreiben, wo er den Sack versteckt gehalten. Dann kam er auf den Abend, an dem er das vom Director Sarno erhaltene Geld dort einheimsen wollte, und zuletzt zu seinem Abenteuer, wie ihm der Dieb seines eigenen Geldes, den gestohlenen Sack, freilich unfreiwillig, vor die Füße geworfen habe, und dann in wilder Flucht in den Wald gesprungen sei. – Sie hatten indeß dieselbe Stelle erreicht und Jeremias konnte dem jungen Mann genau den Fleck zeigen, wo der Verbrecher gestürzt und in den Busch hineingebrochen war.
»Ja, mein guter Jeremias,« sagte Könnern endlich, »das ist eine ganz interessante und höchst wunderbare Geschichte, aber – nimm mir's nicht übel – was geht mich das eigentlich an?«
»Das will ich Ihnen gleich sagen,« erwiederte der kleine Bursche, nicht im Mindesten dadurch gekränkt. »Sie wissen doch, daß sie den Köhler, als des Mordes verdächtig, eingesperrt haben? – ich weiß aber jetzt wer der wirkliche Mörder ist.«
»Du – Du kennst ihn?« rief Könnern rasch und erstaunt.
»Ahem!« nickte Jeremias entschieden mit dem Kopfe – »Bux.«
»Bux? – Wer ist Bux?«
»Sie kennen Buxen nicht? – den Bauchredner, den Lump?«
»Und wo ist er jetzt?«