»Pfutsch!« sagte Jeremias mit einer entsprechenden Handbewegung.

»Und woher glaubst Du das?«

Jeremias holte, ohne zu antworten, aus seiner Tasche ein altes Klappmesser und zeigte es Könnern.

»Sehen Sie,« sagte er, »das hat der Lump bei der Arbeit verloren und im Stich gelassen. Es war mir auch gleich so, wie er an mir vorübersprang, als ob ich die Canaille kennte. In der Stadt hab' ich mich indessen vorsichtig erkundigt, wem das Messer gehört, und der Buttlich kannt' es und wollt' es mir abnehmen. – So, und jetzt steigen wir zu meinem Versteck hinauf, in dem das Messer eingeklemmt war, und dort zeig' ich Ihnen die ganze Bescheerung, auch den Platz, wo der Mann erschlagen ist.«

»Und weshalb sollte der den Schneider ermordet haben?«

»Die Sache ist einfach genug,« sagte Jeremias, der mit ziemlich richtiger Combination der That folgte. »Die beiden Lumpen, denn der Justus war nicht um ein Haar besser, haben mir, Gott weiß wie, nachgespürt, oder auch vielleicht hier oben irgendwo gerade Etwas ausgeheckt, als ich vorbei kam. Nachher sind sie mir nachgekrochen und haben mein Versteck gefunden; dann hat der Bux den Schneider auf den Kopf geklopft, um den ganzen Sack für sich allein behalten zu können. Mit dem bösen Gewissen aber und dem Mord auf der Seele bekam er die Angst, sah nicht auf den Weg, stürzte und glaubte nun im ersten Schrecken, als er eine Stimme neben sich hörte, er solle des Mordes wegen abgefaßt werden, weshalb er, wie vom Teufel gehetzt, in die Büsche fuhr.«

»Bux? – Bux? – Ich kann mich auf den Menschen gar nicht besinnen.«

»Aber ich bitte Sie,« sagte Jeremias – »der Liedrian, der immer einen Tressenstreifen um die Mütze trug.«

»Der?« rief Könnern, rasch auffahrend – »den hab' ich neulich auf meinem Ritt in die Colonien getroffen. – Es war ihm Etwas geschehen, ich glaube, sein Lastthier, ein Esel oder Maulthier, war ihm gestürzt, und er mußte dort bei einem Bauer liegen bleiben.«

»Dann kriegen wir ihn auch,« sagte Jeremias bestimmt.