»O Nichts,« sagte Elise leise; »Vater hat manchmal ganz sonderbare Einfälle, wenn er sich damit nur ihm lästige Menschen abhalten kann.«

»Und glauben Sie, liebes Fräulein, daß es ihm unangenehm wäre, wenn ich vielleicht noch einmal herauf käme, ehe ich die Colonie verließe?«

»Sie wollen schon wieder fort?« fragte das junge Mädchen fast erschreckt, und erschrak doch noch mehr eigentlich über die Frage selber.

»Möglich ist es, daß ich noch mehrere Tage, vielleicht sogar einige Wochen in der Nachbarschaft bleibe,« sagte der junge Mann; »es hängt das von Briefen ab, die ich von Rio erwarte und die vielleicht schon mit dem nächsten Postdampfer eintreffen können. Aber Sie haben mir meine Frage nicht beantwortet.«

»Welche Frage?«

»Ob es Ihr Vater ungern sehen würde, wenn ich herauf käme um — Abschied von Ihnen zu nehmen,« sagte Könnern, und es war ihm selber ein ganz eigenes, wehes Gefühl, als er die Worte sprach.

»Ob es der Vater ungern sehen würde,« sagte Elise, und ein leises, fast wehmüthiges Lächeln stahl sich über ihre Züge, »weiß ich freilich nicht; ich aber würde es ganz bestimmt ungern sehen, wenn Sie — so bald schon wieder Abschied von uns nehmen wollten.«

Könnern wollte ihr Etwas darauf antworten, aber er vermochte es nicht. Irgend eine leere Redensart paßte nicht auf die aus dem Herzen kommenden Worte des einfachen Mädchens, und hätte er ihr so darauf erwiedert, wie es ihm sein eigen Herz eingab — das ging nicht — das war nicht möglich. Nur ihre Hand ergriff er und sagte endlich mit tiefem Gefühle:

»Der Mensch ist noch nicht ganz verloren, bei dessen Ankunft sich Jemand freut, dessen Abschied Jemanden betrübt. Ich will die Worte so einfach nehmen, wie sie gesprochen waren, aber sein Sie versichert, mein Fräulein, daß sie mir stets eine liebe, liebe Erinnerung bleiben werden.«

Elise sah ihn fast etwas bestürzt an. Hatte sie mehr gesagt, wie sie eigentlich durfte — Du lieber Gott, sie war ja fast jedes geselligen Umganges entwöhnt. Wie um sich selber zu entschuldigen, fuhr sie fort: