»Und wie heißt der Eigenthümer dieses Hauses?«

»Spenker, Bäckermeister.«

»Gut, dann schicken Sie ihn mir nachher einmal herauf — ich will mich erst waschen — damit ich mit ihm reden kann. Das ist ein verwünscht öder Aufenthalt hier, und wenn er mir das nicht ein wenig behaglicher einrichten will, ziehe ich wieder aus.«

»Auf die Straße?« fragte Jeremias; »denn weiter giebt's keinen Platz, Sie müßten denn vielleicht in einem von den Gärten eine Laube zu miethen bekommen.« Damit aber, als ob er jetzt seine Schuldigkeit gethan habe, zog er sich zurück und drückte sich leise an dem Zimmer der Frau Gräfin vorbei, der er jetzt nicht gern begegnen mochte. Der Fremde da oben konnte nun sehen, wie er mit »der Alten« fertig wurde.


8.

Die Einquartierung.

Oskar und Helene hatten einen Spaziergang durch die kleine Stadt gemacht, um sich an dem Gewirre der frisch eingetroffenen Fremden zu amüsiren, und waren, dessen müde geworden, nach Hause zurückgekehrt.

Sobald Helene ihr Zimmer betrat, konnte ihr natürlich die daselbst vorgenommene Änderung nicht entgehen. Die Serviette fehlte von ihrem Toilettetische und die darauf geordnet gewesenen Sachen standen wild zerstreut umher; zwei Stühle fehlten außerdem, auf die sie gewohnt gewesen war ihre Sachen abzulegen. Sie klingelte ihrem Mädchen, um zu erfahren wer in ihrem Zimmer gewesen sei. Dorothea hatte aber in der ganzen Zeit ihre Küche nicht verlassen und konnte ihr deshalb nicht die geringste Auskunft geben.

Oskar suchte indessen sein Gemach, warf seine Mütze in eine Ecke, sich selber auf das Sopha und rauchte in dieser Lage seine Cigarre weiter, als er in dem über ihm liegenden Zimmer die schweren Schritte eines Mannes hörte. Das Haus war nur leicht gebaut, und es klang so deutlich zu ihm herunter, daß er sich endlich aufrichtete und horchte.