»Elise, meine arme, arme Elise!« rief Könnern, als er das Zimmer betreten hatte und ihre Hand ergriff — »welch ein kalter Reif ist auf Dein junges Leben gefallen!«
Elise barg ihr Antlitz in den Händen und stand eine Weile schweigend vor ihm. Er legte seinen Arm um sie und zog sie an sich — sie duldete es; endlich richtete sie sich wieder empor, machte sich von ihm frei und flüsterte:
»Ich danke Ihnen, Herr Könnern, daß Sie mich noch einmal aufgesucht haben — der Gedanke wäre mir schrecklich gewesen, auch Sie in jener furchtbaren Stunde so verloren zu haben. Jetzt ist Alles gut, jetzt kann ich ruhig mit Ihnen sprechen — ruhig von Ihnen Abschied nehmen…«
»Elise,« bat Könnern, und wollte wieder ihre Hand ergreifen, die sie ihm aber entzog.
»Lassen Sie mich ausreden,« bat sie — »meine Gedanken sind ohnedies verwirrt, mein Kopf ist mir wüst und leer — so lassen Sie uns denn wenigstens diese schwere Stunde abkürzen — es könnte sonst meine Kräfte übersteigen.«
»Mein armes, armes Kind!« flüsterte Könnern.
»Sie wissen Alles, wie ich voraussetzen darf, nicht wahr?« fuhr Elise fort, und sah scheu zu ihm auf.
»Alles,« hauchte Könnern — »Herr von Schwartzau hat mir gestern Abend Alles erzählt, denn ich mußte es wissen, wenn ich rathen und helfen soll.«
»Gott sei Dank,« seufzte Elise, »dann wird mir das wenigstens erspart! Ich hatte mich davor gefürchtet.«
»Und hat Dein Vater, Elise…«