»Sie haben Oskar ganz unnöthiger Weise gereizt, lieber Freund,« sagte sie, zu ihrem Schreibtische gehend und ein Flacon öffnend, an das sie mehrmals roch — »diese Scenen greifen meine Nerven an — Sie müssen doch bedenken, daß er noch ein ganz junger Mensch ist, der nicht die reifere Erfahrung des Alters haben kann, und das Leben stets von einer leichten, ich will nicht läugnen, oft zu leichten Seite betrachtet. Mit guten und freundlichen Worten ist er aber zu Allem zu leiten.«

»Frau Gräfin,« stammelte von Pulteleben verlegen, »ich will nicht abstreiten, daß ich vielleicht zu rauh gewesen bin, aber — aber die Schwierigkeit — die Ungewißheit unserer augenblicklichen Verhältnisse….«

»Schwierigkeit? — Ungewißheit?« sagte die Gräfin erstaunt — »ich verstehe Sie nicht.«

»Sie werden mir zugeben, daß« — fuhr Herr von Pulteleben verlegen fort, und stak dann fest.

»Zugeben? Was?« fragte die Gräfin ruhig.

»Daß unser Unternehmen doch noch keineswegs gesichert ist,« setzte der junge Mann mit einer Art von verzweifeltem Entschluß hinzu — »meine Aus— unsere Ausgaben sind sehr bedeutend und die Einnahmen bis diesen Augenblick noch außerordentlich gering gewesen.«

»Und ist das meine Schuld?« fragte die Gräfin streng.

»Um Gottes willen, verstehen Sie mich nicht falsch,« bat Herr von Pulteleben in Todesangst — »ich meine ja nur, daß wir bis jetzt entsetzlich wenig für die Cigarren gelöst haben. Die viertausend Stück, welche der Wirth, Herr Bohlos, bekommen hat, wurden nicht bezahlt, weil der Mann eine Gegenrechnung brachte, die Oskar….«

»Ja, leider, einer seiner jugendlichen Streiche,« sagte die Gräfin seufzend, — »ich habe ihm aber auch meine Meinung darüber gesagt und es wird nicht wieder geschehen.«

»Unglücklicher Weise traf es sich auch, daß unser erster Ankauf des Tabaks so gänzlich mißlang.«