Der Deutsche schwieg; er hatte sich neben Behrens – sehr zu dessen Verwunderung – auf die Bank gesetzt und sah still vor sich nieder, endlich frug er: »Wie viel seid Ihr Eurer?«
»Nun,« sagte der Mann, »ein Paar wenigstens haben's schon hinter sich. Jetzt sind wir noch unser Fünf.«
»Ist Jemand von Euch gestorben?«
»Nur die Mutter der Kinder, Herr, – es hat nicht viel zu bedeuten,« lachte Behrens bitter vor sich hin, »und dann das Jüngste, – war ein kleiner, lieber herziger Kerl und unser Aller Freude, – jetzt ist ihm wohl; er hat's überstanden, und wir – werden's ja mit Gottes Hülfe auch einmal überstehen.«
Der Fremde sprang von seinem Sitz auf und ging ein paar Mal mit raschen Schritten vor dem Mann auf und ab.
»Und hat Niemand in der ganzen langen Zeit nach Euch gesehen?« sagte er nach einer Weile.
»O ja, doch,« lautete die Antwort, »es war einmal ein deutscher Consul hier, sind aber schon viele Jahre her, ein sehr vornehmer Herr; dort an derselben Stelle, wo Sie Ihr Pferd angebunden haben, da hielt er, und wir durften wohl eine halbe Stunde mit ihm sprechen. Nachher habe ich freilich nichts weiter von ihm gesehen; er hatte wohl viel zu thun und konnte sich nicht so lange um solche arme Teufel bekümmern.«
»Er stieg gar nicht vom Pferde?«
»O ja, doch, – oben beim Haus, und da haben sie mitsammen gegessen und getrunken.«
»So? Ja, lieber Freund,« sagte der Fremde, »dann will ich nur auch einmal zum Haus hinaufreiten, – aber ich komme wieder,« setzte er hinzu, als er den schmerzlichen Blick bemerkte, den der Mann ihm zuwarf, und damit trat er zu seinem Pferde, warf den Zügel ab und sprengte zum Haus hinauf.