»Das hat der Andere auch gesagt,« nickte Behrens vor sich hin, »ich komme wieder, – ich glaube, es waren genau dieselben Worte, aber er soll heute noch wieder kommen. Ja, wenn ich nur an dem unglückseligen Tag nicht meinen Namen unterschrieben hätte.«
Es dauerte aber in der That nur wenige Minuten, als er das Pferd schon wieder hörte. Es war der Fremde, der aus dem Sattel sprang und dabei ausrief: »Das ist eigentlich schneller gegangen als ich dachte, aber vielleicht auch besser so. Euer Herr ist nicht zu Haus, – er ist einmal hinaus zu seinen Arbeitern geritten und unter der Zeit können wir mitsammen plaudern: Übrigens habe ich hier in meiner Satteltasche noch eine halbe Flasche Wein, – ein Glas Wein, sollte ich meinen, müßte Euch gut thun, – es ist vortrefflicher Medoc. Habt Ihr ein Glas im Haus?«
»Eins muß noch da sein,« sagte Behrens, ganz bestürzt über das Anerbieten, »die meisten haben die Kinder freilich in den langen Jahren zerbrochen, aber eins war neulich wenigstens noch ganz. Wir brauchen sie hier nicht viel; wir trinken unser Wasser aus den Kalebassen, und die wachsen ja glücklicher Weise an den Bäumen.«
Er war aufgestanden und in das Haus gegangen, kam auch gleich darauf mit dem gefundenen Glas zurück und der Fremde betrachtete sich indessen, in der Thüre stehend, den öden inneren Raum.
In diesem Augenblick kam ein junges Negermädchen, was es nur laufen konnte, den Weg entlang vom Herrenhaus herunter, und redete, ganz außer Athem, den Fremden an.
»O, Senhor, – die Senhora läßt Euch bitten, zum Haus zu kommen, der Herr muß gleich zurückkehren; die Senhora ist sehr böse, daß die anderen dummen Schwarzen den fremden Herrn wieder fortgeschickt haben.«
»Sage Deiner Senhora, mein Töchterchen,« erwiderte der Fremde, »daß sie mich gar nicht fortgeschickt hätten, ich wäre von selber gegangen, weil ich hier mit dem Mann etwas zu sprechen habe. Wenn es mir die Senhora erlaubt, werde ich ihr nachher meine Aufwartung machen.«
»Aber das Frühstück steht auf dem Tisch, Senhor.«
»Ich danke Dir, mein Kind, ich habe schon gefrühstückt,« und dabei schenkte er Behrens ein Glas Wein ein, und reichte es ihm.
Das kleine Negermädchcn sah vor lauter Erstaunen mit offenem Munde zu. Der fremde Senhor gab dem »weißen Nigger« Wein; so etwas hatte sie noch nie erlebt, und noch viel rascher, als sie von dem Haus herunter gekommen, lief sie dorthin zurück, um die merkwürdige Neuigkeit zu erzählen.