»Verpflichtet gar nicht, verehrter Herr,« lächelte der Deutsche, »nur Ihrem eigenen Ermessen soll es überlassen bleiben, ob Sie mir den Contract und den gegenwärtigen Stand der Schulden der Familie vorlegen wollen.«

»Ich danke Ihnen.«

»Bitte, gar nichts zu danken, – die armen Leute sind nicht im Stande, sich einen klaren Einblick in die über ihre Schuld und ebensowohl über ihr Guthaben geführten Bücher zu verschaffen, und haben mich deshalb gebeten, es für sie zu thun.«

»Sie?«

»Allerdings, – denn dazu sind Sie allerdings durch die Gesetze des Landes verpflichtet, dem Arbeiter jeder Zeit –wenigstens doch jedes Jahr einmal – einen Abschluß Ihrer Bücher, so weit es die Arbeiter selber betrifft, vorzulegen.«

»Und wer sagt Ihnen, daß ich überhaupt Bücher darüber geführt habe?«

»Sie scherzen,« lächelte der Deutsche wieder, »es wäre die größte Beleidigung, die ich gegen Sie aussprechen könnte, wenn sie auch nur die Vermuthung enthielte, daß Sie es nicht gethan. Sie wissen doch gewiß, daß Zuchthausstrafe auf einem solchen Vergehen stünde.«

Almeira erbleichte, denn es lag so etwas Bestimmtes, Entschiedenes in dem Wesen des Fremden, daß es ihm, wie er sich auch dagegen sträuben mochte, imponirte.

»Sie haben Recht,« sagte er nach einer kleinen Pause, während welcher ihn der Deutsche freundlich und wie erwartend ansah, »allerdings ist Buch über jeden für die Leute verausgabten Reïs, wie über Alles, was sie mir geleistet haben, geführt, aber ich glaube kaum, daß ich Ihrem Wunsch willfahren kann, Ihnen, einem vollkommen fremden Menschen, Einblick dahinein zu gestatten, da es Ihnen zugleich einen Einblick in mein ganzes Geschäft gewähren würde.«

»Wie Sie darüber denken, verehrter Herr,« erwiderte der Fremde mit demselben Lächeln, »es fällt mir auch nicht ein Sie darin zu drängen. Sie haben mir nur einfach, ehe ich die Facienda wieder verlasse, zu sagen, ob Sie mir den Stand der Ihnen überlassenen deutschen Arbeiter vorlegen wollen, oder ob Sie es mir verweigern, – weiter nichts.«