Heller knistert und flackert das Feuer, von neu aufgeworfenen Bränden genährt, und Jackel kommt eben mit einem Kübel frischen Quellwassers herein, den er aus dem nahen, durch eine Rinne gefangenen Quell geholt – das ist ein Trunk. Ich bin gerade sonst kein besonderer Freund von Wasser, und eigentlich der Meinung, daß der liebe Gott dies Element den Menschen nur eigentlich als Urstoff geliefert habe, es zu anderen Getränken, hauptsächlich jedoch zum Waschen zu verwenden. Dort oben in den Bergen aber, und ganz vorzüglich in der Baumgarten-Alm, quillt eine so wundervolle crystallhelle und wohlschmeckende Fluth, als ich sie noch nirgends in der weiten Welt gefunden. Ich weiß das Wasser dort wirklich mit nichts Anderem als mit Champagner zu vergleichen.
»Nun, Jackel, wie steht es mit dem Wetter?« frug man den Eintretenden – »sieht es noch gut aus?«
»Nun, es ist nur klein hübsch draußen« erwiderte Jackel, den Kübel sorgfältig in die Ecke stellend »es macht recht dunkel, und Sterne sind auch keine zu sehn – aber warm und ruhig ist's sonst.«
»Wenn nur ein Bischen Schnee käme« sagte der kleine Ragg. – »Es wäre schon recht – die Gemsen zögen sich dann alle lieber in die Joche hinauf.«
»Aber in der Delpz liegt doch Schnee?«
»Es liegt schon etwas drin, aber es dürft' mehr sein.«
»Jetzt kam's mir beinah draußen vor, als wenn ich einen Schuß danüber gehört hätt',« sagte der Jackel, »es schallte g'rad so –«
»Nun ein Wilddieb war's bei der Dunkelheit nicht,« lacht der Ragg – »es kann auch ein Stein gewesen sein, der sich irgendwo losgebrochen hat. Manchmal schallt das gerad' so wie ein Schuß.«
»Von Wilddieben habt Ihr doch hier in der letzten Zeit nichts weiter gespürt?«
»Nichts wieder, seit der Mann im vorigen Jahr drüben im Bairischen von dem Soldaten erschossen wurde – es ist überhaupt hier lange Nichts vorgekommen.«