»Und den Vater?«
»Schicke ich Ihnen morgen früh um zehn Uhr mit dem Glockenschlage.«
Und damit hatte er seinen Hut aufgegriffen und das Zimmer schon verlassen, ehe die Frau noch einmal recht wußte, daß er gegangen war.
Kaum trat er aber unten aus dem Hause auf die Straße, so sah er auch, wie Jeremias am Fenster drin in die Höhe fuhr, und er schritt jetzt, um nicht von oben aus noch vielleicht beobachtet zu werden, rasch die Straße hinab, wo ihn der ihn Erwartende schon leicht einholen konnte.
Dieser kam aber noch nicht so rasch aus dem Haus hinaus. Wie er den jungen Grafen nur aus der Thür kommen sah, von welcher er die ganze Zeit kein Auge verwandt, sprang er in die Höhe, griff seinen Hut auf und wollte, alles Andere vergessend, aus der Thür hinausfahren.
»Holla,« rief da der Kellner, ihm rasch in den Weg springend, »erst bezahlen und dann fortlaufen!«
»Ja so,« sagte Jeremias ganz bestürzt, »das hätte ich beinahe vergessen.«
»Ja wohl, kennen wir schon,« lächelte der unverschämte Bursche – »merkwürdig, was die Leute jetzt beim Jahrmarkt für ein kurzes Gedächtniß – na, aber,« brach er kurz und erstaunt ab, als ihm Jeremias, ohne sich weiter mit ihm aufzuhalten, ein Zehngroschenstück in die Hand drückte, ihn bei Seite schob und aus der Thür schoß – »er wird doch nicht...« – und mißtrauisch sah er sich überall an der Stelle, wo der Fremde gesessen hatte, nach den verschiedenen Gegenständen um, ob er nicht vielleicht »in der Eile« etwas mitgenommen hatte – aber es war noch Alles in Ordnung: das Feuerzeug stand, die Zeitung lag auf dem Tisch, ein Stuhl fehlte auch nicht, Röcke und Hüte hingen dort nicht am Fenster. Der Kellner schüttelte mit dem Kopf, war aber doch vorsichtig genug, das Zehngroschenstück, welches sich ebenfalls als ächt erwies, zu wechseln und nur den wirklich verzehrten Betrag des sonderbaren Fremden an der Kasse abzuliefern.
Jeremias hatte sich indeß kaum losgemacht, als er schon wie ein Wetter hinter dem davoneilenden Rottack herschoß.
»Waren Sie oben?«