»Allerdings – kommen Sie erst mit um diese Ecke, Jeremias, daß wir vom Hause aus nicht mehr gesehen werden können – so, jetzt dürfen wir langsam gehen. Ich war oben, Freund, und habe Ihre Frau – und Tochter gesprochen.«
»Meine Tochter!« seufzte der kleine Mann aus tiefster Brust – »wie – wie merkwürdig das klingt – meine Tochter – und darf ich hinauf?«
»Ja – aber nicht heute.«
»Gott sei Dank!« stöhnte Jeremias, dem damit ein ordentlicher Stein von der Brust fiel – »heute hätte ich's auch nicht ausgehalten, die Aufregung war zu groß. Aber wie sah sie aus, lieber, bester Herr Graf?«
»Recht leidend, Jeremias, recht krank und elend, wozu auch vielleicht die Erregung des Augenblicks mit beigetragen hat. Aber sie freute sich darauf, Sie wiederzusehen.«
»Sie freute sich?«
»Ja, und Ihre Tochter ist ein liebes, herziges Kind, das heißt, kein Kind mehr, sondern ein großes, erwachsenes, hübsches Mädchen.«
»Ein hübsches,« sagte Jeremias kleinlaut.
»Ja, gewiß,« lächelte Rottack, »und außerordentlich geschickt im Blumenmachen, womit sie sich ernährt zu haben scheint. In ihrem Zimmer sah es dabei so nett und sauber aus, wie in einem Puppenstübchen, ärmlich zwar, aber deshalb nicht minder freundlich.«
»Und morgen?«