»Tauber Esel!« brummte der Förster ergrimmt in den Bart, denn er schien eben nicht besonders guter Laune, und wiederholte dann die Frage mit lauter, fast schreiender Stimme, wobei er dicht unter die Leiter trat.

Der Alte schüttelte mit dem Kopf. »Nein, mein guter Herr Förster,« sagte er ruhig, »Gesindel darf hier schon gar nicht in den Park hinein, die wollten wir bald wieder hinaus haben. Der Einzige, der manchmal noch Abends, wenn ich hier durch ging, herumkroch, war der alte Fritz, welcher nach seinen Fallen sah.«

»Ja, das ist gerade der Rechte.«

»Ja, der hatte das Recht dazu,« nickte der alte Gärtner, »und weiter weiß ich Niemand. Dem hat es aber der Herr Graf auch heute verboten, wie er mir mitgetheilt, ehe er fortfuhr. Er soll nach Sonnenuntergang nicht mehr auf herrschaftliche Grundstücke, was den Maulwürfen wahrscheinlich sehr angenehm sein wird; wie es nachher aber den Wiesen ergeht, ist eine andere Sache.«

»Das ist aber gerade der Lump, der mir meine Fasanen wegfängt!« rief der Förster.

Der alte Mann schüttelte mit dem Kopf.

»Nein,« sagte er, »die Fasanen thun den Wiesen nichts; im Gegentheil fangen sie die Grashüpfer weg und sind auch sonst artige Thiere.«

»Herr Gott von Danzig,« fluchte der Forstmann still vor sich hin, »ob das nicht gerade genug ist, um den Verstand zu verlieren!« – Und um sich nur nicht länger zu ärgern, fuhr er wieder zurück in das Gebüsch und schritt an dem Bergabhang hin der Wiese zu.

Der Förster hatte in der That heute einen ganz ingrimmigen Zorn, und auch vielleicht mit Recht, denn er konnte es sich nicht verhehlen, daß auf seinem Revier gewildert wurde, und war doch auch nicht im Stande, den Frevler zu erwischen, so viel Mühe er sich deshalb schon gegeben.

Er wohnte freilich auch dazu entsetzlich unbequem, denn die eigentliche Jagd des Grafen, ein großes, sehr bedeutendes Waldgehege, stieß nicht einmal an die Stadt, sondern begann erst an dem nächsten Dorf, dessen Gemarkung allerdings an die Stadtflur grenzte. Dort befand sich ein sehr bedeutender Rehstand und ein Thiergarten mit Roth- und Damwild. Nur eine kleine Fasanerie war unmittelbar am Schloß in einem Kieferndickicht angelegt, und die Fasanen machten dem Förster mehr Mühe und Arbeit, als sein ganzer übriger Wildstand zusammen; denn der Fasan ist ein zutraulich dummer Vogel, der leicht dem vierbeinigen wie zweibeinigen Raubzeug zum Opfer fällt.