»Thut's ihm – so?« sagte Pfeffer – »und das geschieht ihm recht; verdient hätt' er 'was Anderes; aber da die Guste heute wieder einmal ein glückliches Gesicht macht, was ihr in langen, langen Jahren nicht vorgekommen, so... na, da ist meine Hand auch, Jeremias, und – sei willkommen in Deutschland.«
»Schwager Pfeffer!« rief Jeremias gerührt, indem er die Hand nahm und herzlich drückte, dann aber seine Gefühle nicht mehr bewältigen konnte und den Mann beim Kopfe faßte und herzhaft abküßte, was sich Pfeffer mit einer wahrhaft stoischen Ruhe gefallen ließ. Wie er aber glauben mochte, daß es nun genug sei, sagte er:
»So – und nun setz' Dich hin und betrag' Dich vernünftig – weiß es Gott, jetzt flennt der auch – na, da will ich nur hinübergehen und meine Wasserstiefeln anziehen.«
»Du darfst nicht fort, Onkelchen!« rief Henriette, rasch seinen Arm fassend – »Du mußt jetzt bei uns bleiben, und Deine Wasserstiefeln brauchst Du auch nicht – siehst Du, es ist Alles wieder trocken!«
»Hm – na da meinetwegen,« brummte Pfeffer, der sich noch immer nicht ganz behaglich zu fühlen schien, denn das Neue der Situation gefiel ihm nicht – »drüben ist's freilich gemüthlicher, und bei einer Pfeife... – rauchst Du, Jeremias?«
»Ja gewiß, Schwager!«
»Das ist wenigstens vernünftig – bespricht sich so Manches doch besser, was – wir gerade miteinander zu besprechen haben.«
»Heute dürft Ihr auch hier rauchen,« sagte die Frau freundlich; »die Brust ist mir heute viel leichter.«
»Na, das wollen wir doch nicht gleich am ersten Tag einführen,« sagte ihr Bruder, »daß wir Dir hier das Zimmer vollqualmen; der Mensch ist ja kein Schornstein, und... – aber, Jeremias, Jeremias!« rief er plötzlich, indem er seinen neuen Schwager oder vielmehr alten Schwager betrachtete und sich dabei bedenklich hinter dem rechten Ohr kratzte – »Junge, Junge, wo sind Deine Haare geblieben? Du hast Dir ja in dem Brasilien eine Staatsglatze stehen lassen!«
»Ja, mein bester Pfeffer...«