»Aber daß das Jettchen einen schlechten Schauspieler heirathet,« rief Pfeffer, »dazu gebe ich meine Einwilligung nicht – lieber, bei Gott, einen Tagelöhner, denn da wissen sie doch vorher, daß sie hungern müssen, und faseln nicht in einem fort von Lorbeern und »Rufen«! Jeremias, sei vernünftig – Du weißt, wie Du's getrieben hast.«

»Ja, Bruder Pfeffer, Du hast Recht,« sagte Jeremias kleinlaut; »es ist freilich ein bitterböses Ding...«

»Ist er da?« rief draußen eine schrille Stimme – »ist er gekommen, Jettchen?«

»Gott sei uns gnädig!« sagte Pfeffer – »jetzt tritt Fräulein Bassini auf, jetzt Acht gegeben – ich müßte meine leibliche Schwester nicht kennen!«

In dem Augenblick wurde die Thür aufgerissen und Fräulein Bassini trat wirklich auf, aber nicht, wie ihr Bruder vielleicht erwartet haben mochte, in aller ungeduldigen Hast, sondern mit Würde. Langsam den Kopf erhoben, fast zurückgebeugt, trat sie in's Zimmer. Kaum aber traf ihr Blick den Gesuchten, als sie vollständig aus ihrer Rolle fiel, denn zu ihrem Erstaunen kannte sie ihn augenblicklich als den Nämlichen, den sie damals für den »Kammerdiener« des Grafen gehalten und deshalb mit gründlicher Nichtachtung behandelt hatte.

»Herr Du meine Güte,« rief sie, »das ist ja...«

»Der Mann mit der tischplattengroßen Glatze,« ergänzte Pfeffer – »ja wohl, Fräulein Bassini – bitte, setzen Sie sich, es kommen gleich Stühle, – habe die Ehre, Ihnen hier einen, eine Zeit lang verloren gegangenen Schwager vorzustellen, der sich neuerdings wiedergefunden hat: Herr Jeremias Stelzhammer.«

»Liebe Schwägerin,« sagte Jeremias, der mit gutmüthigem Gesicht auf sie zuging und ihr die Hand entgegenstreckte.

»Herr Stelzhammer,« sagte Fräulein Bassini vornehm, »es ist mir sehr angenehm...«

»Ach, Papperlapapp,« rief Pfeffer, »Du kommst um einen Posttag zu spät – wir haben die ganze Geschichte schon untereinander abgemacht – gieb ihm die Hand und einen Kuß und seid gute Freunde!«