»Hören Sie einmal, Handor, das ist übertrieben!«
»Gehen Sie mir weg; mich haben sie auch einmal mit hineingeschleppt, um mich bei einer Tasse heißem Zimmtwasser, das die Dame vom Hause Thee nannte, und bei drei unsichtbaren Butterbrödchen sechs Stunden auf das Tödtlichste langweilen zu lassen. Das war ein furchtbarer Abend, Doctor!«
»Sie übertreiben wahrhaftig,« rief Feodor, seinen Kopf zurückwerfend; »ich habe doch auch von meinen Gedichten vorgelesen.«
»Leider!«
»Sie sind unausstehlich heute, und ich wollte dieses unglückselige Geschöpf, dieser Rebe, wäre erst einmal über alle Berge; früher finden Sie doch Ihren Humor nicht wieder.«
»Ach was, Rebe,« sagte Handor verächtlich; »glauben Sie, daß mir der Patron nur eine Stunde von meiner Zeit vergiften könnte?«
»Na, was steckt Ihnen denn sonst in den Gliedern – Schulden? Lieber, bester Freund, Sie sind doch hoffentlich auch schon auf dem Standpunkt angelangt, daß, wenn sich Jemand Schulden halber Sorgen zu machen hat, es entschieden nur der Gläubiger sein kann – Gläubiger – ein famoser Name übrigens, weil er glaubt, daß er Geld kriegt; hahahaha!«
»Sehe ich aus wie Jemand, den die Schulden drücken?« spottete Handor, indem er seine Cigarrenasche auf den Teppich abstrich.
»Na, dann sind Sie verliebt,« rief Feodor, »heh? Hab' ich's getroffen, hat der haßburgische Herzbrecher auch endlich einmal seine Meisterin gefunden? Handor, der erste Liebhaber des haßburgischen Theaters, wirklich verliebt, ohne Schminke und Gasbeleuchtung – es ist eine himmlische Idee! Übrigens – Donnerwetter, was mir da einfällt – haben Sie schon davon gehört, daß dieser Rebe ein Heidenglück macht?«
»Ein Heidenglück – welches?«