»Migräne.«

»Fährst Du direct nach Hause, Mama?«

»Ja; kommt nicht zu spät und laßt mich nicht so lange allein.«

»Nein, gewiß nicht; in einer halben Stunde hole ich Paula ab. Aber die Pferde wollen nicht länger stehen – guten Abend!«

Die Gräfin nickte Beiden freundlich zu, und die Droschke rollte weiter, während die jungen Leute ihre Pferde wieder wandten, um ihren Ritt zu beenden. Die Thiere waren aber durch das Halten ungeduldig geworden, und Hubert's Fuchs besonders, ein englischer Vollbluthengst, stieg und tanzte auf den Hinterbeinen und konnte nur mit Mühe von seinem gerade auch nicht sanftmüthigen Herrn gebändigt werden.

Eben hatte er ihn wieder fest im Zügel, als ein armer Teufel, ein junger Bursch mit einem Schiebkarren voll Töpferwaaren, die er irgendwo zum Verkauf ausstellen oder herumfahren wollte, auf der Straße herabkam und, durch das unruhige Pferd irre gemacht, nicht gleich wußte, nach welcher Seite er ausbiegen sollte. Dadurch that er das Verkehrteste: er blieb dicht vor dem hochgeladenen Karren halten, und als dieses halb davor scheute und, von dem Zügel dabei gerissen, auf die Seite und an den Karren hinantrat, klapperten die Töpfe, und das Pferd schlug erschreckt danach und mitten in die zerbrechlichen Waaren hinein.

Der junge Graf riß es allerdings wieder herum; es begann aber sein Tanzen jetzt von Neuem, und Hubert, irritirt, setzte ihm die Sporen ein, daß es wild zusammen- und an dem Karren vorbeifuhr. Der Reiter aber, der es fest im Zügel hatte, nun er an dem unglücklichen Topf-Fuhrmanne vorüberflog, hieb diesen mit der Reitpeitsche über den Kopf und hatte dann alle Hände voll zu thun, daß der Hengst nicht mitten in die Menschen hinein- und mit ihm durchging. Die Leute hatten aber vor dem scheuen Pferde Platz genug gemacht, und ihm jetzt halb den Zügel lassend, flog er mit ihm die Allee hinab.

»Oh mein Gott, meine Töpfe, mein Kopf!« klagte indeß der arme Karrenführer, der im ersten Augenblick gar nicht wußte, was ihm weher that, der Hieb oder die Vernichtung seiner Waare.

Hubert's Reitknecht sprengte an ihm vorüber, seinem Herrn nach. George aber, dem der arme Bursche leid that, zügelte sein Pferd ein und hielt neben ihm.

»Wie groß ist der Schade?« rief er freundlich. »Ich mache es gut – der Herr da vorn konnte sein Pferd nicht halten...«