Handor stand, als ihn der Mann verließ, mit dem rechten Arm auf den Tisch gestützt, die Linke in der Tasche, in die er die Banknoten gesteckt, und blieb in der Stellung noch lange, nachdem sein Gläubiger schon die Stube und das Haus verlassen hatte. Leise nickte er dabei mit dem Kopf und murmelte:
»Das geht nicht mehr länger so – das geht bei Gott nicht mehr! Das ist ein Hundeleben, und keine Existenz – aber bah,« rief er, den Kopf zurückwerfend, daß ihm das lange, lockige Haar aus der Stirn flog, »steh' ich denn nicht am Vorabend großer Ereignisse? Bis zum Ersten? – Bis zum Ersten sind die Würfel gefallen, und Sie bekommen Ihr Geld, Herr Seilitz, oder – Sie bekommen es nicht,« setzte er gleichgültig hinzu, ging zum Secretär, in dem er das eben vom Director erhaltene Geld, den Rest seiner ganzen Gage für diesen Monat, verschloß und den Schlüssel in die Tasche steckte. Dann klingelte er und nahm Hut und Mantel um, blieb aber noch mitten in der Stube, so fertig angezogen zum Ausgehen, stehen, bis die Thür aufging und sein kleiner Laufbursche, der aber eine dünne Goldlitze als Ansatz einer Livrée um den Rockkragen trug, in der Thür erschien.
»Ich gehe aus, Fritz.«
»Weißt Du, wohin ich gehe?«
»In die »Hölle«, Herr Handor.«
»Allerdings, mein Bursche – wenn Dich aber Jemand danach fragen sollte?«
»Bis dahin werd' ich's wohl wieder vergessen haben, Herr Handor.«
»Gute Nacht, mein Bursche,« sagte der junge Mann, ihm mit dem Kopf zunickend, und stieg langsam und leise vor sich hin pfeifend die Treppe hinunter.