»Und weshalb schleichen Sie hinter mir drein?« sagte Paula finster, denn zum ersten Mal erhob sich ihr Herz zum offenen Widerstand gegen die ihr lästige, widerliche Persönlichkeit.
»Schleichen, gnädige Comtesse?« lächelte die Mademoiselle. »Wie ein Grenadier bin ich aufgetreten, aber Sie hörten und sahen nicht. Es muß etwas sehr Interessantes sein, was Sie da studirten.«
»Und was wollen Sie?«
»Was ich will? Ich könnte Ihnen einfach sagen, daß ich spazieren ginge, wie Sie,« bemerkte die Gouvernante kalt; »aber Sie scheinen selbst vergessen zu haben, daß Sie mich gesucht und nach mir verlangt. Graf George schickt mich zu Ihnen.«
»Mein Bruder? Sie zu mir? Und weshalb, wenn ich fragen darf?«
»Ich sage Ihnen ja, daß er behauptet, Sie hätten mich gesucht.«
»Das ist denn ein Irrthum,« erwiderte die Comtesse kalt, drehte sich ab und lehnte sich wieder auf die Terrassenmauer, ohne ihre frühere Gouvernante weiter eines Blickes oder einer Antwort zu würdigen.
Die Französin faßte ihre Unterlippe mit den Zähnen, und einen Augenblick war es fast, als ob sie ihrer Gereiztheit über solche augenscheinliche Mißachtung Worte leihen wolle; aber sie hatte das Terrain verloren. Ein Zank mit der jetzt gefeierten jungen Herrin konnte ihr nur schaden, und sich auf dem Absatz herumdrehend, schritt sie schweigend, aber in wahrlich nicht besserer Laune den Weg zurück, den sie vorher gekommen, und erreichte das Schloß eben wieder, als Jonas, leise dabei vor sich hinmurmelnd, die umgeworfenen Blumentöpfe auf's Neue ordnete.
Oben im Park, der Stelle gerade gegenüber, wo der Maulwurfsfänger an jenem Morgen seinem heimlichen Angeln oblag, kniete jetzt der nämliche Mann mitten auf der Wiese und war eifrig bemüht, die dort gefangenen Maulwürfe an ihrer Drahtschlinge aufzuheben, die Fallen wieder zu stellen und die ertappten Übelthäter an einer schwanken Ruthe aufzuhängen. Neben ihm saß sein Spitz.