»Das Ding da!« lachte der Förster verächtlich; »wenn ich meinem Caro Ein Wort sagte, frißt er ihn mit Haut und Haaren!«

»Möchte eine verwünscht theure Mahlzeit werden!« erwiderte trocken der Maulwurfsfänger, indem er seine letzte Beute an der Ruthe befestigte; »aber wo wollen Sie hin, Herr Förster?«

»Wenn Dich Jemand darum fragen sollte, mein Bursche,« erwiderte der Forstmann, »so sag' ihm nur einfach, Du wüßtest es nicht – verstanden?«

»Sehr wohl, Herr Förster,« lächelte der Mann, »werd' es ausrichten. Haben Sie vielleicht sonst noch etwas zu bestellen?«

»Komm, Caro,« sagte der Jäger, »das ist keine Gesellschaft für uns. Übrigens,« fuhr er fort, sich nochmals nach dem Manne umdrehend, »erwische ich Dich noch einmal Nachts zwischen meinen Fasanen, mein Bursche – und daß ich Dir jetzt aufpasse, darauf kannst Du Dich verlassen, – so will ich von Gott verdammt sein, wenn ich Dir nicht die Jacke voll Schrot schieße – und nun Gott befohlen!«

»Gott befohlen, Herr Förster, und viel Glück zur Jagd,« lächelte ihm der Alte stillvergnügt nach.

Der Förster murmelte einen gotteslästerlichen Fluch in den Bart, wußte aber, daß er mit Reden doch nichts bei dem da ausrichtete, und schritt so hochbeinig fort, wie sein Hund, der sich alle Mühe gab, dem verhaßten Spitz durch ärgerliche Stellung begreiflich zu machen, daß sein Rückzug kein freiwilliger wäre und er eben nur seinem Herrn folgen müsse.

Der Maulwurfsfänger nahm aber gar keine weitere Notiz von ihm, und wie er sich erst überzeugt hatte, daß der Waidmann wirklich eine andere Richtung eingeschlagen, lachte er still vor sich hin und brummte:

»Alter Esel, Du wärst der Rechte, mich zu fangen! Mein Spitz hat mehr Grütze im Kopfe, als Du, und wenn's mich nach Fasanen gelüstete, holte ich mir heut Abend noch meinen Theil. 's ist doch wunderbar in der Welt,« setzte er dann hinzu, indem er still mit dem Kopf schüttelte, »was unser Herrgott in all' seinen verschiedenen Fächern für Kerle herumlaufen hat. Wem er ein Amt giebt, giebt er auch Verstand, sagt man gewöhnlich; – ja Prosit! Wär' ich in Deiner Stelle, und Du in meiner, alter Schneesieber, verdammt will ich sein, wenn Du mir auch nur eine Feder vom Platz holen solltest, ohne daß ich Dich erwischte, und jetzt plündere ich dem albernen Strohkopf schon ein Vierteljahr lang in Wasser, Wald und Feld sein Revier aus, ohne daß er auch mehr wie einen Verdacht hat, wer der Thäter ist – Du wärst mir der Rechte, mich zu fangen!«

»Holla, Fritz, wie geht's?« rief den Alten eine Stimme vom Wege herüber an, und als der Maulwurfsfänger rasch den Kopf nach ihm drehte – denn der Spitz hatte den Nahenden in seinem Ärger über den Caro gar nicht beachtet, – erkannte er Einen von der Dienerschaft, der mit einem Korb am Arme durch den Park ging und, als er den Maulwurfsfänger nicht weit aus seinem Weg sah, ein Stück quer über die Wiese hinüberschritt, um ein paar Minuten mit ihm zu plaudern.