»Nun, Alter, wie geht's – immer so fleißig? Heute solltest Du aber den Maulwürfen doch auch Frieden geben,« redete er ihn an.

»Heute – so? Und wer giebt mir Frieden? Sollen's die Bestien etwa besser haben, als ich?«

»Wer Dir Frieden giebt?« lachte der Lakai; »komm nur heut Abend auf's Schloß, Du gehörst ja doch gewissermaßen mit zu den Gutsleuten und kannst da auf ein derb Stück Braten und eine Flasche Wein sicher rechnen.«

»Nun, weißt Du, Thomas,« sagte der Maulwurfsfänger, und sein kleines graues Auge blitzte ordentlich wie in Stolz auf den betreßten Diener, »wenn ich einmal eine Flasche Wein trinken will, so zahle ich sie mir auch und brauche mich nachher bei Niemandem dafür zu bedanken.«

»Jetzt blas mir aber den Staub weg!« lachte der Lakai. »Na, wenn Unsereiner sich nicht zu gut dafür dünkt und der Förster selber herüber kommt, dann wirst Du Dich doch auch wohl nicht wegwerfen, wenn Du mit von der Partie bist!«

Es war fast, als ob der Alte eine trotzige Antwort geben wolle; aber er verbiß die Worte und benutzte die Pause, um sich eine frische Pfeife zu stopfen. Endlich sagte er, während er die Pfeife mit den Zähnen hielt und sich mit Stahl und Schwamm Feuer schlug:

»Und was ist heute da oben los, daß der Alte so freigebig mit dem Stoff herausrückt? Habe doch kein Wort davon gehört!«

»Nun, Verlobung ist heute, die junge Comtesse heirathet den Sohn vom Grafen Bolten – die erste Familie im Lande nach unserer, und da kannst Du Dir doch wohl etwa denken, daß es da hoch hergeht.«

»Sieh, sieh, sieh,« sagte der Maulwurfsfänger, leise vor sich hin mit dem Kopf nickend, »was man doch nicht Alles erlebt, wenn man alt wird; die Comtesse Paula heirathet den Windbeutel, den jungen Grafen Bolten!«

»Windbeutel? Ich wollte Dir nicht rathen, daß der Graf das Wort gehört hätte,« rief der Lakai, »bei Gott, es ginge Dir schlecht!«