»Und hat sie ihn gern?« sagte der Maulwurfsfänger, der einem ganz andern Ideengang folgte.

»Wer – die Comtesse? Soll sie ihn nicht gern haben, einen jungen, hübschen, vornehmen und steinreichen Menschen?«

»Wie ich ihr aber heute nicht weit vom Schloß begegnete, kam's mir beinahe so vor, als ob sie recht bleich und elend aussähe, und so in Gedanken war sie, daß sie nicht einmal bemerkte, wie ich sie grüßte, und sonst dankt sie immer so freundlich.«

»Na ja, ein bischen elend sieht sie wirklich aus,« meinte der Lakai; »aber das haben die vornehmen Fräuleins alle, das gehört mit zum guten Ton.«

»So?« sagte der Maulwurfsfänger zerstreut, der augenscheinlich gar nicht die Worte verstanden hatte. »Merkwürdig, daß so ein Fluch von der Mutter auf die Tochter vererben kann!«

»Was für ein Fluch?«

»Oh, nichts,« sagte der Mann kopfschüttelnd; »und um welche Zeit geht die Festlichkeit an?«

»Um acht Uhr natürlich, früher paßt es sich nicht. Aber ich muß fort, heute weiß man wahrhaftig nicht, wohin man zuerst springen soll.«

»Wohin willst Du denn?«

»In's Dorf und noch Eier holen; eine zwanzig Schock hat der Koch schon heute verbraucht, und immer langt's noch nicht. Nu, komm heut Abend nur, ich werde schon Sorge dafür tragen, daß Du nicht leer ausgehst!« – Und mit den Worten nickte er ihm protegirend zu und schlenderte dann, als ob er dem Maulwurfsfänger beweisen wolle, daß er über seine Zeit verfügen könne, wie es ihm beliebe, langsam den Weg hinab, der zum nächsten und hinter den Bäumen versteckten Dorfe führte.