Jetzt kam der Oberregisseur Sulzer im Costüm aus der Garderobe – er gab heute den König. Er hatte ein schwarzes Sammetbarett auf, mit einem Kronenreif darum, trug natürlich einen Hermelinmantel und gelbe, hohe Stiefel, und sah für einen König sehr bestürzt aus.
»Ist er denn noch nicht da, Herr Director?«
»Haben Sie ihn gesehen?«
»Ich? Nein – aber wo steckt der entsetzliche Mensch? Wenn ihm nur kein Unglück zugestoßen ist!«
»Uns wird eins zustoßen, Sulzer!« rief der Director – »uns wird eins zustoßen – passen Sie auf – wenn er nicht bald kommt, rührt mich der Schlag, denn die Schande überlebe ich nicht!«
»Aber er muß ja kommen, er kann ja nicht ausbleiben! Ist denn der Prinz schon da?«
»Das fehlte auch noch – aber er muß jeden Augenblick eintreffen, und wahrhaftig, da steht der Kapellmeister schon unten mit seiner verfluchten weißen Halsbinde, und die Eichenkränze hängen um den ersten Rang herum, und alle Gasflammen brennen – es ist rein zum Rasendwerden!«
»Wenn wir nun erst die Mamsell Bollo – Badelli – oder Bodellichini – ich kann den verdammten Namen nicht behalten! – tanzen ließen?«
»Das ist eine Galgenfrist, Sulzer; aber es wird uns nichts Anderes übrig bleiben – mir ahnt Schreckliches!«
»Die wird aber auch noch nicht fertig sein, da sie eigentlich erst nach dem zweiten Act kommen sollte.«