»Die Braut steht da drüben, sie sieht auffallend blaß und gedrückt aus; Comtesse Monford ist sehr zart.«
»In der That, in der That. Sie entschuldigen, lieber Staatsrath, ich habe der Comtesse noch nicht einmal meine Huldigung dargebracht.«
»Aber, meine liebe Paula, was ist Ihnen?« sagte Helene liebevoll, indem sie ihren Arm um die schlanke Taille des jungen Mädchens legte; »Sie sind so furchtbar aufgeregt.«
»Ach, wenn ich Ihnen Alles sagen könnte,« flüsterte Paula, »wenn ich Sie früher gekannt hätte; Vieles, Vieles wäre vielleicht anders, besser, als es jetzt ist!«
»Es ist selbst jetzt noch nicht zu spät,« sagte Helene herzlich, »und ich hoffe, wir sollen recht gute Freunde werden!«
»Zu spät, zu spät!« hauchte Paula leise, daß der Schall der Worte kaum zu Helenens Ohr drang.
»Das ist recht, meine liebe Frau Gräfin,« sagte in diesem Augenblicke Graf Monford's Stimme, und der Graf grüßte freundlich die junge Dame, »daß Sie mein kleines Töchterchen ein wenig aus ihrer Lethargie emporrütteln – das Köpfchen hoch, Paula, bist ja mein gutes Kind.«
»Mein lieber, lieber Vater!« rief Paula, leidenschaftlich des Vaters Hand ergreifend.
»Bst, Kind, bst,« sagte der alte Herr, »ich habe mir vorgenommen, heut Abend recht lustig und vergnügt zu sein, und da mußt Du mir helfen, denn Du hast auch alle Ursache dazu. Es ist ein merkwürdiges Kind, Frau Gräfin, so außerordentlich weich, gar nicht wie ihre Mutter, die einen viel festeren und entschiedeneren Charakter hat. Aber ein gehorsames Töchterchen ist es doch, das seinen Eltern große, unendlich große Freude macht, und auf das sie wohl mit Recht stolz sein können.«
»Mein guter Vater!«