Eine Weile noch wogten die Gäste durcheinander, hier sich begrüßend, dort mitsammen plaudernd, bis der Haushofmeister endlich feierlich auf den Grafen Monford zuschritt und ihm meldete, daß die Suppe servirt werden könne.

»Meine Herrschaften, zur Tafel!« rief der Graf fröhlich; »meine Herren, nehmen Sie sich Ihre Damen. Wo ist Hubert?«

»Er sprach eben im andern Zimmer mit der Mama,« sagte George.

»Rufe ihn einmal. Wo ist denn Paula? Sie war ja eben noch da.«

»Sie wird draußen auf der Terrasse sein; ich werde nachsehen.«

George ging hinaus, um die Schwester zu suchen; aber auf der Terrasse war sie nicht, und von dort herein zogen jetzt die Gäste, dem willkommenen Ruf zur Tafel folgend.

Langsam schritt Paar nach Paar in den zu Tageshelle erleuchteten Saal und ordnete sich nach ihren, ihnen bestimmten Plätzen um die Tafel, deren Pracht das Auge ordentlich blendete.

Riesige silberne Candelaber streckten ihre breitästigen Arme aus und hielten zahllose flammende Wachskerzen. Prachtvoll gearbeitete Frucht- und Blumenkörbe standen dazwischen, und den mittleren Theil deckten sogar noch niedere Aufsätze von blank polirtem Silber, die wie eben so viele Spiegel das Licht tausendfältig zurückstrahlten.

Was Deutschland nicht allein, nein, was die Welt an Blumen und Früchten bot, war auf der Tafel angehäuft, von der saftigen Kirsche bis zur goldgelben Banane und Ananas, und damit harmonirte der Saal selber, der, so einfach auch decorirt, doch in jedem einzelnen Stück den Reichthum sowohl wie den Geschmack des Besitzers verrieth.

Abgeschieden von den Gästen durch einen hohen, schwerseidenen Vorhang, wie man ihn auf dem Theater wohl gemalt sieht, saß das Musikcorps, das mit dem Wagner'schen Marsche aus »Tannhäuser« begonnen hatte, und nach dem Tacte desselben ordneten sich unwillkürlich die Gäste; aber man wollte sich setzen, und ungeduldig sah der Graf umher, denn Paula, Hubert und George fehlten noch. Hatten sie den Ruf zur Tafel nicht gehört?