Der Müller schüttelte nur mit dem Kopf und verließ langsam das Zimmer, und der Förster qualmte indessen stärker aus seiner Pfeife, trank aber nicht mehr, weil er sich das auf nachher aufsparen wollte! Der Müller blieb aber entsetzlich lange; der alte schlaue Bursche wollte gewiß nicht mit. Endlich kam er wieder herein.

»Na, das ist merkwürdig,« sagte er, »die ganze Zeit hat der Fritz da an dem einen Baum gelehnt; der eine von meinen Burschen hat ihn deutlich gesehen, und der Hund war auch bei ihm, und jetzt ist er fort und nirgends mehr zu finden.«

»Er wird irgendwo an einem der Tische sitzen.«

»Gott bewahre; überall habe ich ihn gesucht, kein Mensch weiß etwas von ihm, und der Berthold, der die Getränke zu vertheilen hat, will ihn noch mit keinem Auge gesehen haben, und den hätte er sich gewiß gemerkt.«

»Dann hat die Canaille wieder 'was im Werk,« sagte der Förster, mit der Faust auf den Tisch schlagend, »und glaubt, weil ich hier fest hinter der Flasche sitze, daß ich ihm die Nacht nicht auf den Dienst passe. Ei Du heiliger Kreuzhimmelschwerenöther Du!« Und mit den Worten stand er von seinem Stuhle auf.

»Unmöglich wär's nicht,« lachte der Müller, »und dick genug hat er's dazu hinter den Ohren. Aber was will er in der stockfinstern Nacht machen? Der Mond geht erst um Mitternacht herum auf; da ist's nichts mit dem Angeln und Wildern.«

»Und mit dem Netzfischen auch nicht, wie?« sagte der Förster, indem er seine Flinte vom Nagel nahm. »Ne, Müller, wenn er nicht mehr da draußen steckt, dann ist er auch im Park auf irgend eine Lumperei aus, und da schmeckt mir doch hier kein Tropfen mehr, bis ich mich wenigstens überzeugt habe. Wo ist denn mein Forstgehülfe?«

»Ja, der steht bei den Böllern und kann nicht fort, bis die abgefeuert sind. Wartet lieber so lange, das wird nicht mehr so ewig dauern, und Zwei sind besser als Einer.«

»Die Böller werden nicht eher abgefeuert, bis die Tafel fast vorüber ist,« sagte einer der Diener, der sich einen Augenblick weggestohlen hatte, um hier rasch ein Glas Wein zu trinken; »dann wird erst die Gesundheit auf das Brautpaar ausgebracht.«

»So lange kann ich nicht warten,« brummte der Förster, indem er seinen Hut aufstülpte; »brauche auch wahrlich keinen Gehülfen und werde mit dem Lump schon allein fertig werden!«