»Seid Ihr bös getroffen?«
»Das Bein ist ab – unter der Hüfte – die Geschichte ist aus.«
Der Jäger wollte etwas darauf erwidern, aber er fühlte selber, daß die Zeit dazu nicht passend wäre. Der arme Teufel schien hart genug gestraft, und jetzt blieb ihnen nichts weiter übrig, als ihm so rasch als möglich Hülfe zu bringen.
Einer der Leute – denn es waren deren mehr herausgekommen, als sie zum Fortschaffen brauchten – mußte gleich in's Schloß zurück, um den Ober-Medicinalrath zur Gärtnerwohnung zu begleiten, den anderen befahl der Forstgehülfe, der sich ziemlich gut zu helfen wußte, ihre Jacken auszuziehen und den Verwundeten, so gut es eben ging, hinein zu legen, während drei auf jeder Seite trugen. Er selber ging ihnen dabei mit seinem Beispiel voran und zog seinen Rock aus, und sie stellten dadurch eine erträgliche Bahre her, um den Verwundeten so schmerzlos als irgend möglich fortzuschaffen.
Zwei von den Leuten mußten vorangehen und die Büsche zurückbiegen; wie sie aber den Verwundeten aufgreifen wollten, fiel der Hund wie toll über sie her und biß nach ihnen.
»Ruhig, Spitz,« sagte der arme Teufel mit schwacher Stimme, »'s ist aus mit uns Beiden; zurück, Spitz, zurück, komm, mein Hund!«
Das kleine kluge Thier winselte kläglich und zeigte noch immer die Zähne; aber es war ordentlich, als ob es verstand, was sein Herr zu ihm gesagt, denn es widersetzte sich nicht mehr den fremden Männern, die den Hülflosen jetzt so sorgsam wie nur irgend möglich auffaßten und aus dem Busch hinaustrugen.
Sobald sie erst einmal den offenen Weg erreichten, ging es etwas besser, und der Maulwurfsfänger klagte auch nicht. Nur als sie ihn etwas weiter am Teich vorbeitrugen, stöhnte er: »Wasser – will mir Keiner einen Tropfen Wasser geben?«
Einer der Männer sprang hinunter und holte Wasser in seinem Hut, von dem der Verwundete gierig trank; dann lag er wieder still, bis sie das kleine, ziemlich einsam gelegene Haus erreichten und ihm dort, mit Laubstreu und einer wollenen Decke drüber, ein Lager zurecht machen konnten. Einer blieb oben, um die Nacht bei ihm zu wachen, denn man durfte ihn nicht hülflos dort zurücklassen.
Bald darauf kam auch der Ober-Medicinalrath, der, nachdem er die Wunde untersucht hatte, den Kopf bedenklich schüttelte.