»Und Graf George, mein Sohn, ist noch nicht zurückgekehrt?«

»Nein, Frau Gräfin.«

»Was waren das für Leute mit Fackeln, heut Abend?«

»Der Förster hat einen Wilderer erwischt und auf ihn geschossen, den alten Maulwurfsfänger, der immer in den Park kam, und dem Förster hat er das ganze Gesicht mit dem Messer zerschnitten.«

»Der Maulwurfsfänger?«

»Ja, Frau Gräfin. Der Förster hat ihn in's Bein geschossen; er liegt oben beim tauben Jonas im Hause.«

Die Gräfin hörte schon gar nicht mehr, was er sprach. »Sobald mein Sohn zurückkehrt, werde ich gerufen,« sagte sie, »ich muß ihn sprechen, ehe er zu Bett geht. Der Haushofmeister soll dann einen Augenblick zu meinem Mann kommen; ich muß mich umziehen. Wo ist mein Kammermädchen?«

»Draußen, glaub' ich, Frau Gräfin; sie war vorhin in der Küche.«

»Sie soll in mein Zimmer kommen.«

Die Befehle waren rasch erfüllt, und die Gräfin zog sich hastig in ihr Zimmer zurück, um ihren Ballstaat mit einem einfachen Hauskleid zu vertauschen. Der Schmuck drückte sie, den sie trug, und das schwere Seidenkleid, dessen Rauschen ihr wie Hohn und Spott in den Ohren klang.