Henriette gehorchte kopfschüttelnd, denn sie begriff gar nicht, was sie aus dem Allen machen sollte. Der Onkel war aber innerlich vergnügt, das hatte sie ihm auf den ersten Blick angesehen; was konnte nur vorgefallen sein?
»So,« sagte jetzt Pfeffer, als er sich hinter den Tisch gesetzt und behaglich seinen etwas späten Thee schlürfte, während ihn die beiden Frauen erwartungsvoll ansahen – »nun erzähl' einmal, Jeremias.«
»Nein, erzähl' Du's lieber,« meinte sein Schwager, »Du kannst's besser.«
»Hm, gut,« nickte Pfeffer, »dann will ich's erzählen; nun paßt einmal auf. Heut Abend war also Hamlet im Theater.«
»Ist das Alles?« lächelte das junge Mädchen, als der Onkel schwieg.
»Doch nicht ganz,« sagte Pfeffer, der in Gedanken nach seiner Cigarrentasche griff, sie aber wieder zurückschob und eine Prise nahm. »Wie wir anfangen wollten, stellte sich nämlich die kleine Schwierigkeit heraus, daß wir – keinen Hamlet hatten.«
»Keinen Hamlet?«
»Handor kam nicht; die Ouvertüre spielte, die Tänzerin mußte ihre Künste machen, und noch immer kein Hamlet.«
»Ja, aber was wurde denn da?«
»Es mußte ihn ein Anderer spielen,« sagte Pfeffer trocken.