»Ein Anderer?« fragte jetzt auch die Frau erstaunt. »Und wer konnte denn in der kurzen Zeit den Hamlet übernehmen?«

»Rebe!« platzte Jeremias heraus.

»Rebe?« riefen die beiden Frauen fast erschreckt wie aus Einem Munde.

»Jetzt verdirbt mir der meine ganze Geschichte!« rief Pfeffer. »Konntest Du denn nicht das Maul halten? Ich hätte sie noch eine ganze Stunde rathen lassen.«

»Aber wie, um Gottes willen, war das möglich?« stöhnte Henriette, während die Mutter ausrief:

»Und ging es gut?«

Jeremias wollte wieder etwas sagen; Pfeffer hatte ihn aber im Auge und fuhr dazwischen:

»Halt, erst komm' ich! Ob es ging? Keine Hand rührte sich im Anfang, Alles war todtenstill, und sie lachten nur, wie Meier mit einem dicken Backen als Güldenstern auftrat. Krüger ging auf dem Theater herum, daß es einen Stein hätte erbarmen sollen, gerade etwa wie Einer, der zum ersten Mal auf einer Versenkung steht und nicht genau weiß, wann sie mit ihm abgeht. Wir hatten übrigens Alle Heidenangst, und ich erwartete jeden Moment, daß sie unten an zu pfeifen fingen. Aber ne – auch der zweite Akt ging vorüber, und im Parterre und Parket saßen sie wie die Mauern.«

»Und dann?«

»Dann haben sie gejubelt und applaudirt und herausgerufen, wie ich's in meinem Leben nicht für möglich gehalten!« rief jetzt Jeremias, der nicht mehr länger an sich halten konnte. »Nein getobt haben sie, wie die Indianer, und der Erbprinz hat dem Rebe seine eigene Tuchnadel als Anerkennung geschickt!«