»Und woher weißt Du denn das schon?« rief Pfeffer.
»Auf der Straße erzählten sich's die Leute. Wie ein Lauffeuer ging's von Mund zu Mund.«
Die Frau hatte vor Freude die Hände gefaltet. Jettchen aber saß still und bleich auf ihrem Stuhl und rührte und regte sich nicht, aber um ihre Lippen zuckte es; sie wollte aufstehen, sie konnte nicht, und plötzlich dem neben ihr sitzenden Vater um den Hals fallend, lehnte sie ihren Kopf auf seine Schulter und schluchzte leise.
»Mein liebes, liebes Jettchen,« sagte Jeremias gerührt, »aber so weine doch nicht, Schatz! Das ist doch keine Ursache zum Weinen, nicht wahr, Fürchtegott? Das ist doch eher Ursache zum Fidelsein. Er hat seine Sache brav gemacht, recht brav, er ist ein ganz tüchtiger Schauspieler, sie Alle sagten da unten, der Handor hätte die Rolle in seinem ganzen Leben nicht so gespielt, und ich habe selber mit applaudirt, daß mir noch jetzt die Hände weh thun.«
»Und was war mit Handor?« fragte die Mutter, die sich immer noch nicht von ihrem Erstaunen erholen konnte.
»Durchgebrannt ist er und wird wahrscheinlich nicht wiederkommen,« rief Pfeffer. »Jetzt aber geht schlafen, und Du auch, Jettchen; es ist spät und Ihr sollt mir nicht länger wach bleiben.«
»Ja, ich will auch nach Hause gehen,« sagte Jeremias.
»Fällt Dir gar nicht ein,« brummte Pfeffer. »Glaubst Du, daß ich nach all' der Aufregung jetzt schlafen kann?«
»Aber es ist zwölf Uhr vorbei.«
»Gerade deswegen, die Nacht ist doch einmal angebrochen, und Jettchen hat gewiß noch heißes Wasser.«