»Ja, ich habe heute Morgen noch viel zu thun.«
»Sie sind ganz blutig am Kinn, Graf George.«
»Noch ein Andenken dieser Nacht,« sagte George, während ihm das Blut in die Schläfe stieg, »ich hatte einen wilden Ritt. So leben Sie wohl, Herr Graf, leben Sie wohl, Frau Gräfin, Gott schütze Sie und lohne Ihnen, was Sie an meiner Schwester thun!«
Er drückte Beiden die Hand, wandte sich rasch ab und verließ das Haus, um draußen sein Pferd wieder zu besteigen.
In der nämlichen Zeit, in welcher George Monford Rottacks besuchte, schritt Rebe an Jeremias' Seite Pfeffer's Wohnung zu, und wie leicht und wie glücklich schlug ihm dabei das Herz!
Noch hatte er nicht alle Schwierigkeiten besiegt, das wußte er recht gut, ja, eigentlich war nur der erste Schritt auf seiner Bahn gethan; aber er war doch gethan, es war ihm doch gestattet worden, in die Arena einzutreten, und seiner eigenen Kraft anheimgestellt, den Sieg zu erringen, und mehr verlangte er ja nicht, mehr hatte er nie verlangt. Was jetzt auch kommen mochte, er konnte doch erproben, ob er wirklich im Stande sei, eine ehrenvolle Stellung auszufüllen, und dann, wenn das nicht möglich war, mit dem Bewußtsein zurücktreten, sein Äußerstes versucht zu haben. Gelang es ihm aber, blieb er Sieger, dann war auch sein heißester Seelenwunsch erfüllt, das Ziel seines ganzen Strebens erreicht, und er sah eine Laufbahn vor sich, deren Lasten und Mühen selbst nur so viel Genüsse für ihn waren, weil eben seine ganze Seele daran hing, sein ganzes Streben dem gewidmet war.
Und wie lieb und freundlich wurde er oben im Hause von Allen empfangen! Wie hold erröthend trat ihm Henriette entgegen, und wie ganz verändert war selbst der sonst immer mürrische und verdrießliche Fürchtegott Pfeffer gegen ihn geworden!
»Rebe,« sagte er, sowie dieser nur das Zimmer betrat, indem er ihn bei einem Knopf erwischte, »Sie sind ein verfluchter Kerl. Sie haben sich gestern Abend vortrefflich herausgebissen, und wenn Sie auch wirklich nicht in Haßburg bleiben, was aber doch vielleicht der Fall ist, so werden Sie Ihr Glück auf jeder Bühne machen.«
»Herr Pfeffer, Sie glauben gar nicht, wie ich mich freue...«