»Ist auch gar nicht nöthig,« unterbrach ihn Pfeffer, »ich wollte Ihnen auch nur sagen, daß es mir leid thut, früher grob gegen Sie gewesen zu sein; aber Sie dürfen es mir auch nicht übel nehmen, denn was für ein trauriges Exemplar der menschlichen Gesellschaft ein schlechter Schauspieler ist, wissen Sie wahrscheinlich besser, als ich es Ihnen sagen könnte.«

»Aber, Fürchtegott, so laß uns auch einmal zu Worte kommen,« bat die Frau, welche heute aber viel wohler schien, als sie bis jetzt gewesen. Ihre Wangen hatten ordentlich etwas Farbe bekommen und ein liebes, freundliches Lächeln spielte um ihre Lippen.

»Bin schon fertig,« brummte Pfeffer; »'s ist doch merkwürdig, daß Frauen nie leiden können, wenn ein Anderer spricht.«

»Mein lieber Herr Rebe,« sagte Henriettens Mutter, dem jungen Mann die abgemagerte Hand entgegenstreckend, »es hat uns Alle recht herzlich gefreut, als wir Ihren gestrigen Erfolg gehört; Gott wird Sie ja weiter führen und noch Alles zum Guten lenken.«

»Meine liebe, verehrte Frau,« rief Rebe bewegt, »seien Sie versichert, daß ich alles in meinen Kräften Stehende thun werde, um weiter zu kommen, und schon daß ich Ihnen dies sagen darf, ist mir ein großer Trost.«

»Er stichelt,« meinte Pfeffer.

»Und Jettchen?« sagte Rebe leise, indem er seine Hand gegen sie ausstreckte.

»Ich habe es fest geglaubt, daß Sie Ihr Ziel erreichen würden,« flüsterte das junge Mädchen, das wie mit Purpur übergossen da stand, indem es die dargebotene Hand schüchtern nahm.

»Na, dann ist die Geschichte ja abgemacht,« rief Pfeffer, »und viel besser, als ich gedacht habe, denn ich hatte mich schon wieder vor einer Überschwemmung gefürchtet. Aber wo willst Du denn hin, Jeremias?«

»Bin gleich wieder da, warte nur einen Augenblick,« rief der kleine Mann. Er hatte bis jetzt an der Thür gestanden und ein paar Mal hinausgehorcht. Jetzt kam Jemand die Treppe herauf, und wenige Minuten später kehrte Jettchen's Vater mit einer Flasche Champagner unter jedem Arm zurück, die er unbedingt unterwegs bestellt haben mußte.