»So,« rief er, »und nun trinken wir vor allen Dingen erst einmal die Gesundheit des neuen Liebhabers – und Guste auch mit.«
»Aber darf ich Wein trinken?«
»Du? Erst recht, daß Du wieder zu Kräften kommst,« rief Pfeffer. »Der Rebe scheint überhaupt auch, wie er bis jetzt ein heimlicher erster Liebhaber war, ein heimlicher erster Doctor zu sein, denn die Geschichte von gestern Abend hat Dich mehr auf den Strumpf gebracht, als bisher alle Medicinflaschen. Apropos, Rebe, haben Sie den Director schon gesprochen?«
»Ich erhielt vor einer halben Stunde etwa einen Brief von ihm, worin er mich bittet, um zwölf Uhr auf das Bureau zu kommen.«
»Bittet – so? Haben Sie ihn bei sich.«
»Hier ist er.«
»Lassen Sie einmal sehen. »Mein lieber Herr Rebe!« Wie der Lump freundlich sein kann, wenn's ihm auf den Nägeln brennt. »Sie würden mich sehr verbinden, wenn Sie mich um zwölf Uhr heute Morgen auf meinem Bureau besuchen wollten. Ich habe Ihnen eine erfreuliche Mittheilung zu machen.« Glaub' ich ihm, dem Cujon! »Ihr ganz ergebenster Krüger, Director.« 's ist unglaublich,« rief Pfeffer, mit der Hand in den Brief schlagend, »und wie schreibt er sonst!«
»Aber, Onkel,« sagte Jettchen, »Herr Rebe ist ja doch nicht mehr bei ihm engagirt!«
»Ach was da, er hätte 'mal gestern nicht sollen den Hamlet spielen und heute Morgen Herrn Director Krüger um eine Unterredung gebeten haben, möchte sehen, wie der Brief gelautet haben würde! Aber wie viel Uhr ist's jetzt?«
»Halb Zwölf.«