»Nein, Mama, fürchte das nicht. Ich muß es Gott anheimgeben, daß er Eure Herzen wieder dem Kinde zuwendet; ich fühle, daß meine Stimme zu schwach dafür ist. Lebe wohl, Mutter!«

Er nahm ihre Hand, sah ihr einen Moment ernst und traurig in die Augen, schloß sie dann in die Arme und küßte ihre Wange.

Die Gräfin erwiderte die Umarmung nicht, sie duldete sie nur, sagte auch kein Wort, und George verließ rasch das Zimmer.

Den Vater fand er noch immer in der nämlichen Stellung, wie er schon Stunden lang gesessen. Erst als George sein Zimmer betrat, wandte er zuerst rasch und wie erschreckt das Antlitz der Thür zu, stand dann auf und sagte leise: »Ah, Du bist es, George!«

»Ja, lieber Vater. Ist Dir jetzt besser?«

»Gewiß, gewiß. Wo ist Deine Mutter?«

»In ihrem Zimmer drüben.«

»Ich werde zu ihr hinübergehen; es ist so einsam hier.«

»Recht einsam, Vater.«

Der alte Graf sah ihn rasch und streng an, strich sich aber dann mit der Hand über die Stirn und sagte: »Es ist gut so, ich habe es gern, ich bin gern allein. Aber wo hast Du denn den ganzen Morgen gesteckt?«