»Das sagen Sie, lieber Rebe,« rief der Director; »aber ich kenne die Welt und mein Publikum besser, und ich versichere Ihnen, der Artikel hat Sie hier zu Grunde gerichtet.«
»Und wollen Sie es trotzdem versuchen?«
»Ja, wollen Sie es denn versuchen?« rief Krüger erstaunt. »Mann Gottes, ich gebe Ihnen mein Wort, daß Sie bei Ihrem ersten Auftreten ausgepfiffen werden!«
»Ich habe keine Furcht, Herr Director,« sagte Rebe ruhig und entschlossen. »Mit solchen schmutzigen Waffen kann ich allerdings nicht kämpfen und werde es nicht, aber wir können jetzt gleich an mir die Probe machen, ob das Publikum wirklich ein Urtheil für sich selber hat, oder ob es sich von jedem lumpigen Literaten leiten und an der Nase herumführen läßt.«
»Ändern Sie einmal die Welt.«
»Ich will sie nicht ändern, ich will sie nur kennen lernen.«
»Na, das Vergnügen können Sie haben,« nickte Krüger; »so viel will ich Ihnen aber sagen, ich habe Sie im Voraus gewarnt. Ich riskire nichts dabei, denn ich bekomme jedenfalls ein volles Haus, und bin auch noch immer erbötig, Sie für einen vollen Monat zu engagiren, aber mit der Bedingung: fallen Sie beim ersten Auftreten gründlich durch, so ist unser Contract gelöst.«
»Und soll Herr Doctor Strohwisch das Urtheil sprechen?« lächelte Rebe.
»Nein,« rief der Director, »Sie selber, denn nach der nächsten Vorstellung bleiben wir nicht lange im Zweifel. Das Gute hat es jedenfalls, daß wir genau wissen, woran wir sind.«
»Gut, ich nehme es an,« nickte Rebe; »ich bin fest entschlossen, dieser Nichtswürdigkeit zu begegnen, und hoffe das Beste.«