»Hoffen, lieber Freund, hoffen ist gar nichts,« sagte der Director. »Aber wollen Sie wenigstens dieses Mal einen guten Rath annehmen?«

»Und welchen, Herr Director?«

»Sie haben den ersten nicht befolgt und, will ich recht ehrlich sein, vielleicht auch gut daran gethan. Ein solcher Mensch wie dieser Strohwisch und alle diese Art Leute ist nicht zu kaufen, sondern nur zu miethen, das heißt, mit Einer Zahlung können Sie sich ihrer nie versichern. Sie brauchen immer Geld und sind unersättlich. Aber wenn es Ihr Stolz auch nicht zuließ, jenen Burschen zu bestechen, so glaube ich, werden Sie doch nichts dagegen haben, seine Pläne zu kreuzen.«

»Wenn das auf ehrenvolle Weise geschehen kann.«

»Ehrenvolle Weise?« sagte der Director, den Kopf ungeduldig herüber und hinüber werfend. »Wenn mich ein unreines Thier anrennt, so sehe ich, daß ich ihm ausweichen kann, und jede Weise ist dabei ehrenvoll, denn Selbsterhaltung bleibt das Hauptgesetz in der Natur. – Ehrenvoll? Nennen Sie es etwa ehrenvoll, wenn Sie den Abend ausgepfiffen werden?«

»Wenn es ohne mein Verschulden und ungerecht geschieht.«

»Und wer fragt danach? Ich bitte Sie um tausend Gottes willen, lassen Sie doch nur die verfluchten Redensarten und werden Sie vernünftig – ohne mein Verschulden und unrecht! Lassen Sie Jemanden auf einen falschen Verdacht hin einstecken und ihm den Kopf herunterschlagen, glauben Sie, daß ihm das nachher eine Beruhigung sein kann, daß es ohne sein Verschulden und ungerecht geschah? Lauter Redensarten; hier haben wir es mit der Sache selber zu thun, und wenn Sie Alles geschickt anfangen, läßt sich dem Musjö doch noch am Ende ein Paroli bieten.«

»Aber wie?«

»Das will ich Ihnen sagen; Geld kostet die Geschichte, weiter nichts. Einige Dutzend Freibillets sollen Sie von mir haben, dann engagiren Sie noch eine Anzahl kräftiger Kerle, die...«

»Mein lieber Herr Director,« unterbrach ihn Rebe, »auf solche Spitzfindigkeiten verstehe ich mich nicht; da wäre ein Mittel, meiner Meinung nach, eben so niedrig wie das andere.«