»Und siehst Du die Gräfin selber?«

»Ja, jedesmal; ich gehe immer gleich zu ihr in's Zimmer – ich darf.«

»Willst Du mir einen Gefallen thun?«

»Recht gern, wenn ich kann.«

Der alte Maulwurfsfänger schwieg, zog aber von dem kleinen Finger der linken Hand einen schmalen Goldreif mit einem kleinen grünen Stein herunter. Vor acht Tagen noch war der Ring in's Fleisch gewachsen gewesen, daß man ihn fast gar nicht mehr sehen konnte; jetzt fiel er fast von selber ab.

»Willst Du mir auch versprechen, Bärbele, daß Du keinem Menschen etwas von dem, was ich Dir jetzt sage, erzählst?«

»Es ist doch nichts Böses?« fragte das Kind erschreckt.

»Nein, Bärbele, nichts Böses, im Gegentheil, vielleicht macht es mich wieder gesund. Aber höre, Kind; den Ring hier – verlier ihn mir ja nicht – den Ring nimmst Du mit hinauf zur Frau Gräfin, und wenn Du ihr die Blumen bringst, gieb ihr den Ring und sag' ihr, hier bei Euch im Hause liege Jemand krank und wünschte sie noch einmal zu sprechen.«

»Aber die Frau Gräfin soll doch nicht zu Euch herüberkommen?« sagte das Kind bestürzt; »das thut sie gewiß nicht.«

»Gieb ihr nur den Ring, Herz,« bat der Maulwurfsfänger, »und richte aus, was ich Dir gesagt habe, weiter nichts. Willst Du das thun?«