»Nun, um was, Bärbel? Braucht er etwas?«

»Nein, Frau Gräfin,« sagte die Kleine ängstlich, denn es kam ihr jetzt gar so entsetzlich vor, daß sie bestellen sollte, der alte, schmutzige Maulwurfsfänger wolle die Frau Gräfin sprechen; »nein, er hat Alles und die alte Rosie pflegt ihn.«

»Und was will er sonst? Was hast Du da, Bärbel?«

»Den Ring hat er mir gegeben,« sagte das Kind, jetzt gewaltsam Muth fassend, denn es hatte ja versprochen den Auftrag auszurichten; »ich – ich sollte ihn Euch bringen, Frau Gräfin.«

»Mir?« rief die Gräfin erstaunt. »Von wem?«

»Von dem alten Fritz, und er möchte – er meinte, er – er wäre recht krank – und er möchte die Frau Gräfin gern sprechen.« Das Kind seufzte recht aus voller Brust auf – jetzt war's heraus.

Die Gräfin schüttelte noch immer erstaunt mit dem Kopf; es mußte da jedenfalls ein Irrthum obwalten, und die Kleine hatte irgend einen Auftrag verkehrt ausgerichtet. »Und zu mir solltest Du den Ring bringen?«

»Ja, zu Euch, Frau Gräfin, und ihn Euch selber in die Hand geben.«

Die Gräfin streckte den Arm aus, und das Kind reichte ihr den kleinen Goldreif, den sie mit zwei Fingern nahm und gleichgültig einen Moment betrachtete; aber plötzlich wurde ihr Blick stier und haftete wie entsetzt auf dem einfachen Schmuck.

»Wer gab Dir den Ring, Bärbel?« fragte sie und faßte des Kindes Schulter. »Wer? Wo kommt er her?«