»Ach, Frau Gräfin, ich kann ja nichts dafür!« bat die erschreckte Kleine; »der kranke Mann gab ihn mir.«

»Der Geschossene?«

»Ja, Frau Gräfin.«

»Und wie heißt er?«

»Ja, das weiß ich nicht,« sagte Bärbel, immer schüchterner werdend; »Fritz heißt er, den alten Fritz nennen sie ihn im Dorfe.«

»Wo hat er den Ring her?« fragte die Gräfin, aber mehr mit sich selber, als mit dem Kinde sprechend.

»Ja, das kann ich Euch auch nicht sagen,« rief die Kleine, immer ängstlicher werdend. »Er wird ihn doch nicht gestohlen haben? Ich sollte keinem Menschen etwas davon erzählen; aber ich kann ja wahrhaftig nichts dafür!«

»Nein, Bärbel, beruhige Dich,« sagte die Gräfin, sich gewaltsam fassend, »ich weiß, Du kannst nichts dafür; Du bist ein gutes Kind und hast nur Deinen Auftrag ausgerichtet. Also ist der Mann wirklich so krank und kann nicht ausgehen?«

»Ach Du lieber Gott,« sagte die Kleine, »nicht einmal tragen können sie ihn; sehr krank ist er. Aber er wird den Ring doch nicht gestohlen haben?«

»Nein, Kind, ich glaube nicht; ich – ich werde ihn selber darum fragen – vielleicht hat er ihn gefunden.«