So eifrig das Jeremias früher auch selber betrieben hatte, so niedergeschlagen zeigte er sich aber jetzt. Sein ganzer Humor schien ihn verlassen zu haben, und wenn er sich auch fast noch herzlicher und theilnehmender gegen Alle benahm, als bisher, so lag doch jedenfalls etwas auf seiner Seele, das er Niemandem anvertrauen mochte.
Anfangs drang Pfeffer in ihn, ihm zu sagen, was ihn drücke. Geldsorgen konnten das nicht sein, denn er schleppte Geschenke nach Geschenken für Jettchen in's Haus – aber was dann? Jeremias wich indeß allen Fragen aus, und man mußte ihn endlich seinen Weg gehen lassen.
So war die Zeit immer mehr herangerückt. Es war Freitag geworden, am Sonntag wurden die Brautleute zum letzten Mal aufgeboten und Montag sollte die Hochzeit sein.
Jeremias hatte bei Pfeffers zu Mittag gegessen, aber fast kein Wort dabei gesprochen. Nach dem Essen saß er auf dem Stuhl am Fenster, und Jettchen war gerade hinausgegangen, um den Kaffee herein zu holen.
»Was siehst Du mich so sonderbar an, Jeremias?« sagte Auguste. »Ich weiß gar nicht, wie Du heute bist.«
»Ich freue mich,« erwiderte der kleine Mann, aber mit ganz wehmüthiger Stimme, »daß es Dir wieder so gut geht, Auguste. Du hast Dich in der Zeit, wo wir in Böhmen steckten, merkwürdig erholt.«
»Wenn wir nur erst einmal herausbekommen könnten, was Sie in Böhmen gemacht haben,« rief Fräulein Bassini.
»Wahrscheinlich,« meinte Pfeffer, »wird's nicht die ganze Stadt wissen sollen, und deshalb erfährst Du's nicht.«
»Als ob ich nicht schweigen könnte!«
»So lange Du nichts weißt, gewiß. Aber 's ist wahr, die Guste hat sich merkwürdig in der Zeit erholt; das dank' ihr aber der Teufel, keine Sorgen mehr, gute Pflege – das schlägt an!«