Jeremias nickte freundlich. »Ja,« sagte er, »und ich kann Euch jetzt mit gutem Gewissen verlassen, denn für das Jettchen ist ja auch gesorgt.«
»Verlassen?« rief die Frau rasch. »Und willst Du wirklich wieder fort?«
»Ich muß, Auguste,« sagte der kleine Mann traurig. »Sieh, ich habe noch so viel da drüben zu besorgen, eine Menge Land, Colonien, die jetzt in fremden Händen sind und verwahrlost werden, wenn man nicht den Leuten dann und wann auf die Finger sieht. Auch Geld hab' ich noch drüben ausstehen, was ich nicht gern einbüßen möchte, und von dem Verkauf des Hotels weiß ich auch nicht einmal, ob die Raten alle richtig eingezahlt sind.«
»Hm,« brummte Pfeffer und schritt, den blauen Qualm ausblasend, in der Stube nachdenkend auf und ab. Aber Auguste sagte kein Wort; sie sah still und traurig vor sich nieder und seufzte tief auf.
»Und wann willst Du wieder fort, Jeremias?« fragte sie endlich so leise, daß er die Worte kaum verstehen konnte.
»Gleich nach der Hochzeit,« lautete die Antwort; »der Dampfer geht, glaub' ich, am Dreizehnten oder Fünfzehnten, und ich möchte noch ein paar Tage in Bordeaux bleiben, um dort Manches einzukaufen.«
»Der Vater will fort?« rief Jettchen erschreckt, die eben den Kaffee gebracht und die letzten Worte gehört hatte. »Um Gottes willen, nein, Vater, Du darfst uns jetzt nicht wieder verlassen!«
»Es muß sein, liebes Herz,« sagte der kleine Mann gerührt, während sie ihre Arme um ihn schlang, »es muß sein; gern thu' ich's ja auch nicht, das darfst Du mir wohl glauben, und ich – ich komme auch wohl bald wieder zurück, sobald ich mich losmachen kann drüben. Wo ist denn der Rebe eigentlich hin?«
»Er hatte etwas wegen seines Anzuges für morgen zu bestellen,« sagte Fräulein Bassini; »er muß gleich wiederkommen.«
»Und wie traurig wird Horatius sein,« sagte Jettchen, »wenn Du uns so bald wieder verläßt und Dich gar nicht mehr an unserem Glücke freust! Jetzt ist mir der ganze frohe Tag verdorben, denn ich werde ja doch nur immer an den Abschied denken.«