»Sie – Sie wollten?«

»Und warum nicht? Trüg' ich doch nur dazu bei, einer braven Frau ihren braven Mann wiederzugeben, und wie glücklich werden die Ihrigen sein, wenn Sie sich nicht wieder von ihnen trennen wollen.«

»Ach Gott, ja, und ich auch,« seufzte Jeremias; »es war immer mein Lieblingswunsch gewesen, aber nur ganz im Stillen, mich an dem nämlichen Tag mit meiner seligen Frau – ach, Unsinn, das Wort kommt mir immer auf die Zunge – mit meiner geschiedenen Frau wieder trauen zu lassen, an welchem Jettchen Hochzeit machte.«

»Das wäre allerdings ein wenig rasch,« lachte Rottack, »und möchte Schwierigkeiten machen. Ihre Papiere haben Sie?«

»Alles in musterhafter Ordnung.«

»Brasilianischer Bürger dazu, hm, wir wollen einmal sehen. Aber erst müssen wir doch wohl mit Ihrer Frau sprechen.«

»Und Sie wollten das wirklich thun?«

»Hören Sie einmal, Jeremias,« sagte Graf Rottack, indem er aufstand und seinen Hut nahm. »Bleiben Sie einmal da sitzen. Das Sprüchwort sagt freilich: Gut Werk will Weile haben. Aber ich denke, ein gutes Werk kann man nicht zu bald thun. Da stehen die Cigarren, in den Caraffen dort auf dem Buffet steht Portwein und Sherry, wenn Sie in der Zeit einer Stärkung bedürfen sollten. In einer halben Stunde bringe ich Ihnen Antwort.«

»Ich trinke Ihnen indessen den ganzen Portwein aus,« sagte Jeremias.

Rottack lachte, nickte ihm zu und verließ das Haus. – –