Ein paar Thränen glänzten in den Augen der Frau, ihre Wangen glühten, aber sie sagte leise: »Wenn er will – ich glaube es gewiß.«

»Ich danke Ihnen in seinem Namen!« rief Rottack, indem er aufsprang und ihr die Hand reichte. »Also werden wir von Ihrer Güte Gebrauch machen, mein gnädiges Fräulein.«

»Von meiner Güte?« rief Fräulein Bassini. »Ja, ich verstehe aber kein Wort davon!«

Henriette hatte ihre Mutter rasch und erstaunt angesehen; hohes Roth färbte auch ihre Wangen, aber jubelnd warf sie sich an der Mutter Brust, während Rebe auf Rottack zuging, seine Hand ergriff und sie herzlich schüttelte.

»Ja, aber Fürchtegott,« rief Fräulein Bassini, »begreifst Du etwas?«

»Und darf ich den Ausreißer herschicken?« fragte der junge Graf.

»Schicken Sie ihn,« sagte die Frau leise, »es kann ja Alles – Alles wieder gut werden!«

Rottack ging. Als aber kaum eine Viertelstunde später Jeremias zu ihnen in's Zimmer trat, als ihm Henriette schon an der Thür um den Hals fiel, und der kleine Mann, der vor Rührung kein Wort über die Lippen bringen konnte, auf seine verlassene Frau zuging und ihr die Hand entgegenstreckte, da lehnte sie die thränenbenetzte Wange an seine Brust und flüsterte bewegt: »Ich danke Dir für Deine treue Liebe, Jeremias!«

Und glücklichere Menschen waren wohl kaum an dem Tage in Haßburg versammelt, als in dem kleinen Raum, der diese hier umschloß.

Indessen aber war Rottack thätig. Er hatte in Haßburg in dem Ober-Bürgermeister der Stadt einen Jugendfreund und Studiengenossen seines Vaters gefunden und war mit ihm bekannt geworden. Diesem legte er die Sache vor und befürwortete eine rasche oder vielmehr augenblickliche Erledigung derselben, um es Jeremias zu ermöglichen, seinen Lieblingswunsch zu erfüllen und die Erneuerung seiner Trauung mit den Kindern zusammen zu feiern.